Neue Angebot seit dieser Woche

Kontakt trotz Besuchsverbot ermöglichen: So macht es ein Balver Altenheim

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Kontakt zur Außenwelt: Im Altenheim St. Johannes gibt es seit dieser Woche ein Besuchsfenster.

Balve – Die Bewohner des Altenpflegeheims St. Johannes in Balve hatten seit Wochen keinen Besuch mehr von ihren Angehörigen. Denn seit Ausbruch der Corona-Pandemie gilt auch in dieser Einrichtung ein striktes Besuchsverbot.

Um den Senioren dennoch einen Kontakt zur Außenwelt und vor allem zu ihren Familien zu ermöglichen, haben sich Heimleiter Franz-Josef Rademacher und das Mitarbeiterteam nun Neuerungen einfallen lassen. 

Denn einen nachgewiesenen Coronafall gibt es in dem Haus bislang zwar weder unter dem Personal, noch bei den Mitarbeitern, „aber die Stimmung unter den Bewohnern ist dennoch sehr gedrückt“, sagt Rademacher. Der soziale Kontakt mit den Angehörigen fehle eben extrem. 

Coronavirus in Balve: Besuchsfenster und Videotelefonie

Wo dies möglich ist, versucht das Personal Abhilfe zu schaffen, um das Leben der Senioren in der isolierten Einrichtung zu bereichern. Die „Ostergrüße“ am Zaun vor dem Sinnesgarten gehörten dazu – und jetzt ein „Besuchsfenster“ sowie drei Handys, mit denen in den drei Wohnbereichen Videotelefonie mit den Angehörigen ermöglicht werden kann. 

„Diese Neuerungen haben wir seit dieser Woche“, sagt Franz-Josef Rademacher. Im Austausch mit den Mitarbeitern und auch Angehörigen wurden diese Vorschläge für optische Kontaktmöglichkeiten umgesetzt. All dies mit wenig Aufwand: „In den Wohnbereichen steht unser Personal für die Nutzung der Handys zur Seite, in der Cafeteria haben wir ein Fenster als Besuchsfenster eingerichtet.“ 

Unterhaltung vor einem Spuckschutz

Dort können sich Bewohner und Angehörige nach Anmeldung unterhalten – dies mit Distanz und vor einem Spuckschutz der Balver Firma Paul Müller, die dieses Produkt in Corona-Zeiten seit einigen Wochen herstellt. 

„Drei Treffen zwischen Angehörigen und Bewohnern fanden am Montag statt“, sagt der Heimleiter zur Resonanz auf das neue Angebot am ersten Tag. Acht waren es bereits bis Dienstagmittag. 

Rademacher möchte noch keine Lockerung

Obwohl mittlerweile einige Experten zu einer Lockerung des Besuchsverbots raten und beispielsweise Baden-Württemberg diese auch bereits umsetzt, hofft Rademacher in Nordrhein-Westfalen darauf nicht. „Ich wünsche mir, dass erst die jetzt eingeleiteten Schritte beim Einkaufen die ersten Erfolge zeigen, bevor Lockerungen in Altenheimen vorgenommen werden – alles andere wäre fahrlässig.“ Im Balver Altenpflegeheim hätten sich beide Seiten mit der jetzigen Situation arrangiert. 

Von Vorteil sei hier der außenliegende Sinnesgarten, der von den Bewohnern auch während der Corona-Pandemie genutzt werden kann. „Dieses Angebot nehmen die Senioren natürlich gerne an“, so Rademacher abschließend.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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