Probleme rund um Feldhofhöhle

Corona-Touristen vermüllen das Hönnetal

Die Feldhofhöhle ist in Corona-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel für Tagestouristen. Nicht alle verhalten sich jedoch vernünftig.
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Die Feldhofhöhle ist in Corona-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel für Tagestouristen. Nicht alle verhalten sich jedoch vernünftig.

Andreas Kolarik möchte darauf aufmerksam machen, wie sich Menschen in einem Naturschutzgebiet zu verhalten haben. Dies hat sich der Vorsitzende des Naturhistorischen Vereins Hönnetal (NHV) zur Aufgabe gemacht.

Kolarik nimmt sich dafür Zeit im Gespräch mit der Redaktion in seinem Büro – doch er wendet sich dabei nicht an Kindergarten- oder Grundschulkinder. Seine Zielgruppe sind die Tagestouristen, die das Hönnetal in Zeiten der Corona-Pandemie in Massen besuchen. „Ich finde es traurig, dass man erwachsene Menschen darauf hinweisen muss, dass Müll nicht in die Natur gehört“, erzählt Kolarik.

Erfahrungen damit hätten seine Vereinskollegen und er genügend gemacht. „Wenn wir, was uns nur einzeln erlaubt ist, durch das Hönnetal gehen, finden wir vor allem sehr viel Müll vor und auch in der Feldhofhöhle – ein Müllbeutel ist nach jedem Spaziergang immer voll.“ Andreas Kolarik ärgert sich: „Manche können sich einfach nicht benehmen.“

Hinweisschilder werden aufgestellt

Dass er sich jetzt daran machen muss, Hinweisschilder zu entwerfen, die in Zusammenarbeit mit der Lhoist-Unternehmensgruppe aufgestellt werden sollen, lässt ihn angesichts des Verhaltens einiger Touristen den Kopf schütteln. Dass Lhoist bei dem Projekt mit im Boot sitzt, liege daran, so Kolarik, dass sich die Feldhofhöhle in deren Eigentum befinde. „Das Unternehmen wurde von mir darauf angesprochen, wie es rund um die Feldhofhöhle aussieht, und dass sich im Inneren inzwischen mehrere Feuerstellen befinden – doch Lhoist kann kein Verwarngeld aussprechen, weil es im Landeswaldgesetz ein so genanntes Grundrecht auf Wald und Natur gibt.“

Andreas Kolarik ist Vorsitzender des Naturhistorischen Vereins Hönnetal.

Die Untere Naturschutzbehörde sei nicht zuständig, ebenso wenig die Ordnungsbehörden. „Die Feldhofhöhle befindet sich im Privatbesitz“, fasst Kolarik zusammen. Und der Eigentümer sei nicht in der Lage, gegen die Vermüllung vorzugehen. Der NHV-Vorsitzende hat grundsätzlich nichts dagegen, dass das Hönnetal ein immer beliebteres Ausflugsziel wird. „Aber nehmt bitte Euren Müll mit!“, appelliert er an die Besucher

Noch ein anderes Problem im Hönnetal

Andreas Kolarik hat aber noch ein anderes Problem im Hönnetal, das ihn beschäftigt – ein Problem, das Grund für die Vereinsgründung im Jahr 2018 war: die ab 2023 geplante Steinbrucherweiterung am Lhoist-Werk in Richtung Eisborn. Seit Ende Januar gibt es im sozialen Netzwerk Facebook die Protestgruppe „Kalkabbau – Landschaftszerstörung im Hönnetal beenden“. Dieser gehören inzwischen 340 Mitglieder an. „Eine ordentliche Zahl in so kurzer Zeit“, findet Kolarik.

Manche in der Gruppe wollten sich „einfach nur informieren“. Aber mehr als 50 Prozent der Mitglieder hätten das Ziel, die Natur zu schützen und den weiteren Kalkabbau im Hönnetal dauerhaft zu beenden. Auf diesen Prozentwert kommt NHV-Geschäftsführer Adalbert Allhoff-Cramer, nachdem er in der Gruppe durchgeführte Befragungen ausgewertet hat. Der Verein bereite deshalb, so Allhoff-Cramer, eine Stellungnahme gegen die geplante Neufassung des Regionalplans vor, nachdem der Arnsberger Regionalrat den Entwurf jüngst für gut befunden hat. Dieser sieht unter anderem vor, dass Lhoist im Beckumer Steinbruch und auch in der Horst seinen Kalk abbauen darf.

Deutlich mehr Lkw-Verkehr

„Vielen Volkringhausenern und Beckumern ist eventuell nicht bewusst, was passiert, wenn im Beckumer Steinbruch wieder abgebaut würde“, sagt Andreas Kolarik. „Täglich würden dann zunächst 200 leere und anschließend auch wieder 200 beladene Lastwagen durch das Hönnetal zum Lhoist-Werk fahren.“

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