8000 Ausleihen weniger

Corona-Pandemie trifft auch die Stadtbücherei hart

Aus der großen Auswahl an Medien packt Büchereileiterin Steffi Friske mit ihrem Team täglich rund 30 Pakete, um die Leser der Stadtbücherei mit neuem Material zu versorgen.
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Aus der großen Auswahl an Medien packt Büchereileiterin Steffi Friske mit ihrem Team täglich rund 30 Pakete, um die Leser der Stadtbücherei mit neuem Material zu versorgen.

Die Corona-Pandemie schlägt sich auch in der Statistik der Stadtbücherei Balve für das Jahr 2020 deutlich nieder. So gab es gleich 8000 Ausleihen weniger als ein Jahr zuvor. Die Gründe für den Einbruch der Ausleihzahlen liegen auf der Hand.

Die Einrichtung musste zeitweise komplett geschlossen bleiben, Leihfristen verlängert werden. Leser konnten Medien teilweise nur kontaktlos ausleihen, nachdem sie diese zuvor telefonisch oder über das Internet vorbestellt hatten. Diesen Mitnahmeservice kann die Stadtbücherei auch momentan als einziges Angebot machen, weil coronabedingt nicht mehr möglich ist. So kamen 2020 natürlich auch insgesamt weniger Besucher in die Bücherei.

„Corona mit dem Lockdown trifft uns hart, sorgt für einen Knick in unserer Statistik“, sagt Steffi Friske. Die Büchereileiterin hat die Zahlen im Blick. Diese fallen im Vergleich mit dem Jahr 2019 erheblich schlechter aus. Dass weniger Besucher gekommen sind und es damit auch weniger Ausleihen gab, verwundert Friske mit Verweis auf die Pandemie aber nicht. „Die Leute vermeiden Kontakte“, sagt die Büchereileiterin im Gespräch mit der Redaktion.

E-Books stärker gefragt

Stärker gefragt im Pandemie-Jahr waren E-Books. „18 Prozent mehr, und damit 4600.“ 2019 waren es 3800. Dass die Bücherei den Schritt in die elektronische Ausleihe vor mittlerweile fast drei Jahren gewagt hat, habe sich inzwischen als richtige Entscheidung erwiesen.

Mit dem Büchereiausweis (sechs Euro jährlich) wird dem Nutzer Zugriff auf 40 000 Medien des Verbunds für digitale Medien in Ostwestfalen-Lippe mit 34 Büchereien gewährt. Die gewünschten Medien können auf den PC, das Tablet, den E-Book-Reader, den MP3-Player oder das Smartphone heruntergeladen und anschließend direkt genutzt werden. Ein weiterer Vorteil der Onleihe: Zurückgegeben werden müssen diese E-Books nicht. Sie lassen sich nach dem Ende der Leihfrist schlicht nicht mehr öffnen und können gelöscht werden.

Täglich bis zu 30 Mitanahme-Pakete

„Wir hätten aber auch gerne wieder die Leser in unserer Bücherei zurück“, wünscht sich Steffi Friske die „normalen Zeiten“ zurück, in denen während der Öffnungszeiten ein ständiges Kommen und Gehen herrsche. Inzwischen hätten sich die Mitnahme-Pakete etabliert, bei denen die Büchereinutzer sich bis zu fünf Medien ausleihen können. „Täglich werden 30 Pakete von uns ausgegeben, die kontaktlos abgeholt werden“, erklärt Friske noch einmal das Prozedere.

Den sogenannten Kuti-Würfel hofft Steffi Friske bald wieder nutzen zu dürfen.

Die vorbestellten Bücher werden als Paket zusammengestellt und im Flur der Bücherei im Gebäude am Sankt-Johannes-Platz zu einer vorher mit dem Abholer verabredeten Zeit abgelegt. Ohne Kontakt erfolgt auch die Medienrückgabe. Denn dafür steht ebenfalls im Flur eine Kiste, in die die Medien hineingelegt werden können. Bis zu drei große Kisten kommen dabei jeden Tag zusammen. „Jedes Medium, ob Buch, CD oder Tonie-Figur, wird nach der Rückgabe desinfiziert und kommt anschließend für 24 Stunden in ,Quarantäne’“, erklärt Friske, dass auf diese Weise möglichst alle Viren abgetötet werden sollen.

Kuti-Würfel mit Wissensspielen für Kinder

Die Büchereileiterin hat inzwischen in der Bücherei einen neuen Medienschrank eingerichtet, der demnächst hoffentlich zahlreich genutzt werden soll. Für Kinder gibt es jetzt einen Kuti-Würfel mit 19 Wissensspielen. Hierbei können die Mädchen und Jungen ihr Fachwissen unter anderem über Harry Potter, Weltraum, Dinosaurier, Tiere, Film und Fernsehen unter Beweis stellen.

Für alle, die für die noch bevorstehenden Wochen des Lockdowns noch auf der Suche nach dem passenden Lesestoff sind, kann Steffi Friske natürlich ebenfalls helfen. Die Büchereileiterin empfiehlt den Roman „Hartes Holz“. Es ist der erste Roman von Pulitzerpreisträgerin Annie Prolux seit mehr als zehn Jahren. „Ein 1200 Seiten dickes Werk über Holzfäller in Kanada, das 300 Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur“, sagt Friske begeistert.

Medien aus dem Bestand können über die Homepage der Bücherei (www.balve.de, Rubrik „Bildung und Freizeit“) ausgesucht und vorbestellt werden. Fragen beantwortet das Büchereiteam unter Tel. 0 23 75 / 6 66 oder per E-Mail an buecherei@balve.de.

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