Warten auf die Wiederöffnung

Corona-Lockdown: Fitnessstudio-Betreiberin hat viel Zeit für neue Hobbys

Anja Dransfeld ist in der Lockdown-Zeit unter die Hühnerhalterinnen gegangen.
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Anja Dransfeld ist in der Lockdown-Zeit unter die Hühnerhalterinnen gegangen.

Anja Dransfeld malt Hühnerbilder. Denn die Geschäftsführerin des Fitnessstudios „Hönnevital“ an der Hönnetalstraße in Balve hat während des Lockdowns Hühner als neues Hobby für sich entdeckt.

Anneliese, Trude, Trotro, Klaus, Käthe, Henrietta, Emma, Ida, Berta, Frieda und Sprotte tummeln sich in ihrem Garten: „Sie halten bei Laune, sind gute Seelentröster, haben alle eine große Persönlichkeit, und legen Eier.“ Von Zeit zu Zeit dienen sie dann auch noch als Vorlage für Anja Dransfelds Hühnerbilder.

So versucht sich die Fitnessstudio-Inhaberin immer wieder aufs Neue selbst zu motivieren, weil der Betrieb im „Hönnevital“ seit Monaten coronabedingt ruhen muss. „Ich habe Onlinekurse angeboten, meinen Enkel Toni trainiert, mich online als Yoga-Trainerin fortgebildet, Fortbildungen im Rehabereich gemacht, das Studio neu gestrichen und fertig renoviert, ältere Polster der Geräte neu bezogen und eine neue Bühne im Kursraum aufgestellt“, berichtet sie über die lange Liste ihrer Tätigkeiten, für die während der langen Phase des Lockdowns viel Zeit blieb. „Nun müssten wir nur noch Staub wischen, dann könnte es wieder losgehen“, sagt Dransfeld.

Perspektiven für Kunden und Mitarbeiter fehlen

Gerne möchte sie den achten Geburtstag ihres Fitnessstudios im April groß feiern, aber: „Daran ist angesichts der hohen Inzidenzwerte im Märkischen Kreis nicht zu denken.“ Sie betont aber auch: „Man sieht kein Licht am Ende des Tunnels und es ist auch sonst kein Land in Sicht – die Motivation lässt nach.“ Sie brauche Perspektiven für sich, ihre Mitarbeiter und Kunden. „Mein Studio steht bis auf die Dreharbeiten für die Onlinekurse leer – ich könnte dies als Testzentrum zur Verfügung stellen“, bietet sie an.

Derzeit hat Anja Dransfeld viel Zeit, ausgiebig mit Enkel Toni zu trainieren.

Von diesem Angebot machte die Stadt jedoch keinen Gebrauch, richtet stattdessen derzeit ein Corona-Schnelltestzentrum im Hauptschulgebäude ein, das am Dienstag, 23. März, den Betrieb aufnehmen soll (wir berichteten). Die Stadt greife für das Testzentrum gerne auf eigene, städtische Gebäude zurück, erklärte Bürgermeister-Vertreter Michael Bathe auf Anfrage der Redaktion.

Es bleibt ziemlich menschenleer im „Hönnevital“

So dürfte es also auch in den kommenden Tagen ziemlich menschenleer bleiben im „Hönnevital“. Bis sie in ihrem Fitnessstudio wieder tätig werden darf, hält sich Dransfeld mit ihrem Federvieh bei Laune. „Eins ist mir zugelaufen, zwei habe ich vom Verein ,Rettet das Huhn’ und vier von ,Bruderhahn’ – diese Vereine setzen sich für Tiere aus Mastbetrieben ein beziehungsweise verhindern, dass Hähne als Küken geschreddert werden.“ Abgerundet wird das Ensemble durch vier Seidenhühner, an denen sie bei einem Züchter Gefallen gefunden hat. „Toni hat den Tieren ihre Namen gegeben“, diesen soll nun ein langes Leben gewährt werden.

Während ihrer Hühnerbeobachtung kommt sie aber immer auch auf neue Gedanken. So entstand auch die Idee zur 100-Kilometer-Challenge. Die Teilnahme daran bot Dransfeld ihren Kunden im Februar an. An zehn Tagen in Folge galt es jeweils zehn Kilometer zu wandern oder joggen. 32 Teilnehmer waren dabei, 29 hielten durch – und bekamen dafür eine Urkunde zugeschickt. „Wir werden eine neue Challenge starten, und zwar am 19. März für 250 Kilometer auf dem Rad beziehungsweise 300 Kilometer auf einem E-Bike“, verspricht Dransfeld. Der Aktionszeitraum soll erneut zehn Tage umfassen. Weitere Informationen finden Interessierte online auf www.hoennevital.de. Anja Dransfeld appelliert an den sportlichen Ehrgeiz ihrer Kunden: „Zu gewinnen gibt es Applaus und eine Urkunde.“

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