1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

„Medizinische Versorgung durch Booster-Kampagne gefährdet“ - Ärzte planen Impfzentrum

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Impfung
Boosterimpfungen sollen am Krumpaul ermöglicht werden. © Jörg Carstensen/dpa/Symbolbild

Die Balver Hausarztpraxen wollen gemeinsam mit dem DRK und den Maltesern in Balve – unterstützt durch die Stadt Balve und die örtlichen Apotheken – im Corona-Testzentrum an der Hauptschule eine Impfstelle für die Boosterimpfungen einrichten.

„Die normale medizinische Versorgung unserer Patienten ist durch die geplante Boosterimpfkampagne gefährdet“, erklärt Dr. Paul Stüeken. Dr. Gregor Schmitz, ehemaliger ärztlicher Leiter der Impfzentren im Märkischen Kreis ergänzt: „Die Boosterimpfungen wären problemlos in den Hausarztpraxen möglich gewesen, hätte man sie so wie ursprünglich geplant durchgeführt. Die Zahlen, wie viele Personen aus welchen Patientengruppen wann eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen, sind landesweit seit Monaten bekannt.

Corona-Politik deutlich kritisiert

Leider reagieren die politischen Entscheidungsträger wieder einmal planlos und wollen jetzt gegen die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission allen Bürgern eine Boosterimpfung anbieten. Dies können die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bundesweit nicht stemmen, da bereits jetzt durch Ärztemangel, überbordende Bürokratie in den Praxen sowie überlastete medizinische Fachangestellte die tägliche Arbeit kaum zu bewältigen ist.“

Nachfrageflut ist nicht mehr zu bewältigen

Nach Bekanntgabe der neusten politischen Boosterimpfempfehlungen sei die Nachfrage für diese Immunisierungen in den beiden Hausarztpraxen sprunghaft angestiegen. Die Zeiten, in denen die Praxen Impftermine anbieten könnten, reichten für diesen Ansturm bei weitem nicht mehr aus. Auch die Mitarbeiterinnen der Praxen könnten die Nachfrageflut – ob telefonisch oder per E-mail – nicht mehr bewältigen.

Die Praxisleiter Dr. Paul Stüeken und Dr. Gregor Schmitz hätten sich kurzfristig mit Bernd Krämer vom Leitungsteam des Testzentrums zusammengesetzt und ein Konzept erarbeitet, wie das Corona-Testzentrum am Krumpaul in eine Impfstelle umgewandelt werden, beziehungsweise um diese erweitert werden könnte.

Impfzentrum soll spätestens am 22. November starten

„Wir wollen das Impfzentrum so schnell wie möglich in Betrieb nehmen, es hängt jetzt hauptsächlich noch an der Liefermöglichkeit für den Impfstoff“, unterstreicht Dr. Paul Stüeken. Spätestens am 22. November sollen die Impfungen dann am Krumpaul möglich sein. „Wir werden ab dann alle Boosterimpfungen beider Praxen in diesen Räumen vornehmen“, erklärt Dr. Gregor Schmitz. Die Mediziner wollen nicht nur ihren eigenen Patienten Termine im Impfzentrum anbieten. Auch Patienten, die keinen Impfarzt für die Boosterimpfung finden, hätten die Möglichkeit am Krumpaul die dritte Immunisierung zu erhalten.

750 Impfungen pro Woche

Angestrebt werde eine Kapazität von etwa 750 Impfungen pro Woche. Sobald die letzten Details geklärt seien, werde ein Terminkalender freigeschaltet, in dem online Impftermine gebucht werden könnten.

„Erstimpfungen werden wir im Impfzentrum nicht durchführen“, erläutert Dr. Gregor Schmitz. Bedingt durch den höheren Beratungs- und Aufklärungsbedarf würden diese weiterhin in den Hausarztpraxen angeboten.

Auch interessant

Kommentare