Alles dreht sich um die neuen Erdenbürger

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Hubertus Mühling begleitete Christiane Stolzenwald bei ihrem Besuch der Familie Cordes. ▪

BALVE ▪ Balver Neugeborenen und ihren Familien wird die Aufwartung gemacht: Christiane Stolzenwald führt in Balve Willkommensbesuche durch. Die Mitarbeiterin des Besonderen Sozialen Dienstes weiß um die Komplexität des Themas „Baby“ und steht den Familien mit Fachwissen und Kompetenz zur Seite.

Mit dabei hat sie jedes Mal die orange Familientasche: Neben Teddy-Kuscheltuch und bärigem Kirschkernkissen befinden sich darin auch das Elternbegleitbuch der Stadt Balve und diverse Informationsbroschüren. „Dabei dreht sich alles rund ums Kind“, fasst Christiane Stolzenwald zusammen, denn von Elterngeld über Elternzeit bis hin zu Angeboten vor Ort wie Turnen und Spielen sind jegliche Daten versammelt. Das Buch hilft bei Wegen durch und aus dem Behördendschungel. Auch der Ratgeber „Gesund groß werden“ liegt bei, der sich mit Ernährung, Erziehung und Gesundheit befasst. Damit sind für die Eltern neben rechtlichen und wirtschaftlichen Belangen alle wichtigen Sparten abgedeckt. Darüber hinaus „können sie mich bei Fragen jederzeit anrufen“, bietet Stolzenwald ihren Rat und ihr Know-How an.

Am Mittwoch stand der Besuch bei Franz Heinrich Cordes auf ihrem Programm. Gerade einen Monat ist der kleine Erdenbürger alt – er erblickte am 16. August in Menden das Licht der Welt. Seitdem ist Franz der Dreh- und Angelpunkt bei Petra und Heiner Cordes. Dass es nach der Geburt eines Kindes viel zu regeln gibt, wissen die beiden bereits von Tochter Heidi, die vergangene Woche ihren zweiten Geburtstag feierte.

„Die Besuche sind immer sehr individuell“, erläutert Christiane Stolzenwald ihre Aufgabe und es wird schnell deutlich: Hier ist eine Expertin am Werk. Sie ist interessiert, nimmt Anteil. „Man kommt immer ins Gespräch“, erzählt sie. Eine große Geschichte sei für die Familien auch das soziale Netzwerk, das sich unter anderem über Babymassagen, Babyschwimmen oder die Krabbelgruppe aufbaue. „Man lernt sich in diesen Phasen immer intensiver kennen“, weiß sie. Zwischen Müttern seien so schon sehr tiefe Freundschaften entstanden. „Der Austausch im Babybekanntenkreis ist wichtig“, so Stolzenwald. Auch sie selbst hat Kinder, weiß also, wovon sie spricht. Immer wieder huschen aber alle Blicke am Tisch zur Hauptperson des Geschehens: Franz. Als der Kleine beginnt zu schreien, bleibt Stolzenwald gelassen: „Das Baby geht vor, ich habe Zeit“, sagt sie angesichts des weinenden Säuglings.

Seit Februar 2011 ist sie in Balve unterwegs. Von Anfang dieses Jahres bis Ende August hat Christiane Stolzenwald bereits 57 Kinder besucht. „Wir besuchen die Neugeborenen zwischen der 10. und 12. Woche“, sagt sie. „Die Idee dazu ist gewachsen“, erinnert sie sich zurück. „Das Jugendamt des Kreises ist in Städten und Kommunen unterwegs, die kein eigenes Jugendamt haben“, erklärt sie ihren Einsatz in Balve und den umliegenden Orten wie beispielsweise Neuenrade.

Auch Bürgermeister Hubertus Mühling weiß um die Lebensumstellung, die auf Familien zukommt, wenn sich Nachwuchs ankündigt: „Wir wollen praktische Hilfe anbieten“, sagt er. Die Besuche sind als beratende Serviceleistung zu sehen. Um sich über die Arbeit ganz praxisnah zu informieren, begleitete der Balver Bürgermeister Christiane Stolzenwald bei ihrem Besuch der Familie Cordes. „Wir werden in Zukunft den Besuch weiter unterstützen“, erklärte er. „Wir werden die Eltern anschreiben und gratulieren. Dabei weisen wir auf den Dienst hin, der sich in einem zweiten Schritt ankündigt.“ Im Namen der Stadt bekommen die Neugeborenen ein Mammut-Lätzchen überreicht. „Wir sind froh um jedes Kind in Balve“, schenkte der Bürgermeister Franz das schmucke Tuch. Dessen Eltern sind überzeugt von dem ganzen Konzept: „Wir finden das gut“, sagen sie einstimmig, um sich dann wieder Franz Heinrich zu widmen.

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