ChorWerk Ruhr legt bizarren Klangteppich über die Balver Höhle

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Unter der Leitung von Prof. Rupert Huber (rechts) gab das Vokalensemble ChorWerk Ruhr ein Konzert in der Balver Höhle. ▪

BALVE ▪ Zwischen schamanischen Klängen und Klimaforschung oszillierte das Programm, welches das dreizehnköpfige Vokalensemble ChorWerk Ruhr und eine Forschungsgruppe der Ruhr-Uni Bochum in der Balver Höhle zur Aufführung brachte. Von Jari Wieschmann

„Didama – verborgene Welt“ nannte sich das Konzert, in dessen Mittelpunkt eine im Durchmesser 2,40 Meter große Trommel stand. Rund 40 Besucher verfolgten im weitläufigen Felsendom den Mix aus Wissenschaft und Kunst. Neben Prof. Rupert Huber als künstlerischem Leiter war Diplom-Geografin Martina Grudzielanek an der Vorbereitung beteiligt. Parallel zur Performance wurde die Oberflächentemperatur der Höhle mittels einer Wärmebildkamera aufgenommen.

Die Klimatologin war besonders daran interessiert, wie sich Außen- und Höhlenklima zueinander verhalten und ob die Performance des Ensembles einen messbaren Effekt hinterlässt. Dadurch, dass die Balver Höhle, im Gegensatz zu vielen anderen Naturbauwerken, eine große Eingangsöffnung aufweist, rückte zudem die Luftströmung in den Fokus der Wissenschaft.

Geforscht, wenn auch auf dem Gebiet der Völkerkunde, hatte Prof. Rupert Huber. Der österreichische Komponist und Dirigent befasste sich mit den Gesängen des Stammes Bantawa-Rai, der im Osten Nepals beheimatet ist. „Didama“ bedeutet in ihrer Sprache „verborgene Welt“. Sie sei im Wasser, unter Felsblöcken oder in Höhlen anzutreffen. Durch den Laut der Trommel, der Stimmen und anderer Resonanzkörper sollte jeder Zuhörer diese verborgene Welt „erfühlen“.

Dem Gros der Zuschauer blieb die Welt aber verschlossen. Was das ChorWerk Ruhr in der Balver Höhle als Konzert ablieferte, ähnelte eher einem kruden Mix aus schamanischen Klängen und Klimaforschung, denn einer künstlerischen Darbietung. Warum sich die Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum wohl an dieser bizarren Veranstaltung beteiligt haben, blieb den wenigen Zuschauer sicherlich ein Rätsel. Gerade einmal 40 Gäste, in Decken gehüllt, verloren sich in den spärlich beleuchteten Felsendom. Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei. Und das für den überteuerten Eintrittspreis von 15 Euro.

Bevor sich der Klangteppich über die Balver Höhle legte, hatte Heinrich Stüeken in Vertretung von Bürgermeister Hubertus Mühling das Publikum begrüßt. Rudolf Rath, Archivar der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius, zitierte aus dem historischen Text „Balver Höhlenspiele“ von Theodor Pröpper. Der Balver Ehrenbürger hatte bereits vor 85 Jahren über die Vorzüge des felsigen Ortes geschrieben. Das Vorprogramm war, gerade im Vergleich zur Vokalperformance, zu lang geraten.

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