ChorWerk Ruhr gastiert mit Vokalperformance in der Balver Höhle

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Prof. Rupert Huber hinter einer „kleineren“ Trommel. ▪

BALVE ▪ Außermusikalisch sollen die Bedingungen reizvoll und unkonventionell sein, wenn das Vokalensemble ChorWerk Ruhr auftritt. Daneben soll diesmal der Resonanz eines Höhlenraumes nachgespürt werden. Die besten Bedingungen fanden die Sänger unter künstlerischer Leitung von Prof. Rupert Huber in der Balver Höhle. Mit der Vokalperformance „DIDAMA – Verborgene Welt“ treten die Künstler am Sonntag ab 17 Uhr auf. Von David Schröder

„Das musikalische Ergebnis ist immer anders“, sagt Huber zu den Projekten des ChorWerk Ruhr, „erst dann ist es authentisch.“ Die Idee zum Auftritt in einer Höhle entstand bei einem Projekt zum Thema Dunkelheit in Berlin. „Auf dieser Ebene wollten wir weitermachen“, betont der österreichische Komponist und Dirigent. Didama bedeute in der Sprache des ostnepalesischen Stammes Bantawa-Rai verborgene Welt. „Das verkörpert sich in Höhlen, in Gewässern oder unter Steinen“, erklärt der künstlerische Leiter. Über eine Untersuchung funktionierender Heilgesänge befasste sich Huber mit den Gesängen dieses Stammes.

Im Mittelpunkt des Auftritts steht am Sonntag eine große Trommel. Über 2,40 Meter misst das Instrument im Durchmesser. „Mit diesem Kontaktinstrument, soll das Wesen der Höhle gerufen werden“, sagt Huber. Zunächst bereitete aber die Feuchtigkeit in der Balver Höhle dem Instrument einige Schwierigkeiten. Das Fell und Holz leide darunter, sodass das große Stück vor der Höhle gelagert wurde.

Mit den 16 ausgebildeten Solosängern arbeitet Rupert Huber schon seit 2008. Dabei stehe viel Körperarbeit und die sängerische Disposition (Stimmbildung) im Mittelpunkt. „Es geschehen zu lassen, aus einer Position der Selbstbeobachtung“, sieht Huber dabei als wichtige Erfahrung.

Am Auftritt des ChorWerks partizipiert am Sonntag auch die AG Klimaforschung der Ruhr-Universität Bochum. Eine Lesung und einen Vortrag gibt es vor der Vokalperformance um 16 Uhr. Wärmebildaufnahmen sollen für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Das ChorWerk Ruhr besteht seit 1999 und wurde von der Kultur Ruhr GmbH mit dem Kommunalverband Ruhrgebiet, der Stadt Essen und dem Landesministerium für Arbeit und Soziales gegründet. Ein Chorensemble von größtmöglicher sängerischer Qualität war das Ziel. Seit dem sprechen 65 Projekte mit über 120 Aufführungen eine deutliche Sprache. Zudem ist das ChorWerk Ruhr seit 2002 regelmäßig an Musiktheaterproduktionen der Ruhrtriennale beteiligt.

Prof. Rupert Huber legt sein Hauptaugenmerk auf vokale Ensemblearbeit, obwohl er schon mit vielen renommierten Orchestern arbeitete. Er leitete unter anderem von 1989 bis 2000 das SWR Vokalensemble, heute den WDR Rundfunkchor, arbeitete mit Chören des NDR und BR und war Chordirektor der Salzburger Festspiele.

Karten für das Klangprojekt gibt es im Vorverkauf noch bei der Cashbox (Iserlohn), der Gertruden-Apotheke (Neuenrade), der Rille (Menden) und im Kulturbüro der Stadt Balve sowie im Internet unter http://www.eventim.de. Der Eintritt kostet 15 Euro, für Schüler, Studenten, Auszubildende und Erwerbslose 10,50 Euro. Die Abendkasse öffnet am Sonntag zudem schon um 15 Uhr.

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