Chöre überwinden musikalische Grenzen

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Der Männerchor 1874 Balve war am Sonntag zum neunten Mal Gastgeber eines Meisterlichen Chorkonzertes in der Balver Höhle. ▪

BALVE ▪ Kunst kennt oftmals keine Genregrenzen, und so kam es, dass ein Text der Düsseldorfer Punkrock-Band Die Toten Hosen der erste Beitrag zum 9. Meisterlichen Chorkonzert war, das der Männerchor 1874 Balve am Sonntag veranstaltete. „Nur zu Besuch“, einen Titel von dem 2002 veröffentlichten Album „Auswärtsspiel“ sang der Männerchor 1874 Balve zur Eröffnung des Liederreigens, der als Höhepunkt und Abschluss eines dreitägigen Freundschaftssingens geboten wurde.

Zum Meisterlichen Chorkonzert hatten die Gastgeber mit dem Frauenchor Hützemert, dem MGV Sangeslust Birken-Honigsessen, der Chorgemeinschaft Pro Musica Soest und dem Kemper Werks-Chor aus Olpe vier mehrfach ausgezeichnete Sangesgemeinschaften verpflichten können, die Musik vom Feinsten boten.

Mit Liedern wie dem „Kyrie“, „Über sieben Brücken musst du gehen“ und „Marina“ mit Kompositionen wie „Every time I feel the spirit“, „Jetzt fahr‘n wir übern See“, „Ave Maria der Berge“, „La Montanara“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ zeigten die Chöre den Besucher in der fast ausverkauften Höhle – darunter Bürgermeister Hubertus Mühling und die Pfarrer Christian Marcus Weber und Andreas Schulte – wie mitreißend Chorgesang sein kann. Das beste Beispiel bot vor der Pause, ohne die Leistung der Balver Sänger und des Hützemerter Frauenchores schmälern zu wollen, der MGV Sangeslust, der den „Deutschmeister-Regiments-Marsch“ sang und den Beach-Boys-Song „Barbara Ann“ teilweise mit gelockerter Krawatte und ohne Sakko darbot. Besonders letztere Darbietung riss die Zuhörer von den Sitzen. Die geforderte Zugabe gaben die Sänger aus dem Wildenburger Land gerne.

Meinolf Preuß-König führte durch den ereignisreichen Abend, zu dem die Chorleiter wesentlich beitrugen. Deren Erfahrung sorgte dafür, dass Gold aus den Kehlen erklang. Jeder leitet mehrere Chöre: Stefan Risse (Pro Musica Soest) hat noch weitere drei Verpflichtungen, Elisabeth Alfes-Blömer neben Balve noch acht weitere, und Chordirektor Hubertus Schönauer gibt nicht nur beim MGV Birken-Honigsessen und dem Werks-Chor Olpe, sondern zusätzlich bei elf weiteren Chören den Takt vor. All dies überträgt sich auf ihre Interpretation der Literatur, die, je nach Thema, ernst oder locker vorgetragen wird.

So war es eine illustre Liedauswahl, die dem Publikum in der Höhle geboten wurde. Selten so gehörte Texte machten dieses Chorkonzert nicht nur meisterlich und ereignisreich, sondern auch einzigartig. Damit dieser Augenblick nicht für immer verloren ist, wurde das Konzert übrigens aufgezeichnet. Die Aufnahme soll demnächst präsentiert werden. ▪ JK

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