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Carsharing: So läuft es in Balve mit der E-Mobilität

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Von: Julius Kolossa

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Auf dem IBS-Parkplatz neben dem Drostenplatz stehen die beiden E-Autos der Werbegemeinschaft: ein Opel Mokka und ein Renault Zoe.
Auf dem IBS-Parkplatz neben dem Drostenplatz stehen die beiden E-Autos der Werbegemeinschaft: ein Opel Mokka und ein Renault Zoe. © Kolossa, Julius

Zusammen rund 4500 Kilometer haben die beiden Elektroautos der Balver Werbegemeinschaft mittlerweile zurückgelegt, seit die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Daniel Pütz vor rund fünf Monaten ihr Carsharing-Projekt in Balve gestartet haben.

„Der Opel Mokka wurde bisher 3216 Kilometer, der Renault Zoe 1296 Kilometer gefahren“, sagte Daniel Pütz im Gespräch mit der Redaktion. Das sei eine „ganz ordentliche Laufleistung“, mit einem Fahrerstamm, der sich entwickelt habe. 27 aktive Fahrer sind verzeichnet, insgesamt sind 120 Nutzer aus dem gesamten Balver Stadtgebiet angemeldet.

„Ich gehe davon aus, dass immer mehr heimische Autofahrer unsere E-Autos als kostengünstige Alternative zum eigenen PKW nutzen werden“, wagt Pütz einen Blick in die Zukunft.

Verschiedene Tarife sind buchbar

Stationiert sind die beiden Fahrzeuge an der E-Ladesäule auf dem IBS-Parkplatz neben dem Drostenplatz. Der Standardtarif kostet pro fünf Minuten 1 Euro. Außerdem gibt es den Wochenendtarif von Freitag, 17 Uhr, bis Montag, 9 Uhr, mit 60 Euro, zuzüglich 20 Cent für jeden gefahrenen Kilometer. „Und beim 24-Stunden-Tarif werden pauschal 30 Euro sowie je gefahrenem Kilometer 20 Cent fällig“, sagte Pütz. Mit dieser Kalkulation, die sich seit dem Start im Februar nicht verändert habe, orientiere sich die Werbegemeinschaft am unteren Limit des Marktpreises. „So soll es auch bleiben, denn wir wollen günstig bleiben, eher sponsern, wenn es erforderlich sein sollte, als die Tarife anzuheben“, versprach Pütz.

„Bei der Auswertung der Nutzerdaten zeigt sich, dass viele regelmäßige Fahrten dabei sind“, bewertete Daniel Pütz das Carsharing-Projekt als „bisher gelungen“. Wer eines der Elektroautos nutzen möchte, kann sich online auf www.balwer.de unter der Rubrik „Carsharing“ anmelden, sich anschließend per Führerschein legitimieren. Ist die Anmeldung abgeschlossen, können die Fahrzeuge mit einer Smartphone-App entsperrt werden. Neukunden bekommen einmalig einen Rabatt über 12 Euro, der mit den Fahrtkosten verrechnet werden kann.

E-Bikes: Kaum Nachfrage

Bisher gering ist die Nachfrage nach den fünf E-Bikes, die die Werbegemeinschaft ebenfalls verleiht. „Genaue Zahlen liegen mir nicht vor, doch ich weiß: Diese Räder könnten mehr genutzt werden“, so Pütz. Ein Hinderungsgrund könnte für den Vorsitzenden das Anmeldeverfahren – analog zu dem der E-Autos – sein. „Das ist für E-Bikes zu kompliziert“, sagte Pütz.

Ankurbeln möchten die Verantwortlichen die E-Bike-Ausleihen während des Stadtradelns vom 15. August bis 10. September. Während des Aktionszeitraums verleihen die Geschäftsleute in Kooperation mit dem Innenstadtbüro der Stadt Balve zwei E-Bikes kostenfrei. Die Räder können im Innenstadtbüro ausgeliehen werden. Auf Wunsch erklären die Büro-Mitarbeiter Interessierten dann auch, wie die Räder über die MOQO-App auch unabhängig vom Stadtradeln kostenpflichtig ausgeliehen werden können.

500 Euro für den guten Zweck

Damit sich die Nutzung der E-Bikes während des Stadtradelns auch lohnt, hat die Werbegemeinschaft einen Preis in Höhe von 500 Euro für den guten Zweck ausgelobt. Für jeden während des Aktionszeitraums mit einem der beiden E-Bikes zurückgelegten Kilometer zahlt die Werbegemeinschaft 50 Cent an ein in Balve ansässiges Projekt, das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Bei 1000 gefahrenen Kilometern wird also die Gesamtsumme ausgeschüttet.

Wer der Spendenempfänger sein soll, steht laut Daniel Pütz noch nicht fest. Vereine, Institutionen, aber auch Privatpersonen können sich bis zum 1. September per E-Mail an vorstand@balwer.de mit ihrem Projekt bewerben.

Projekt E-Mobilität: Großteil der Kosten ist gedeckt

Die Balver Werbegemeinschaft führt das Carsharing der Elektroautos und die Leihe der E-Bikes als Leader-Projekt durch. 65 Prozent der anfallenden Kosten werden damit über die heimische Leaderregion Sorpesee unter anderem mit Mitteln der Europäischen Union abgedeckt. Die verbleibende Summe muss die Werbegemeinschaft als Eigenanteil stemmen. Die Gesamtkosten des Projekts mit der Anschaffung der beiden E-Autos, fünf E-Bikes, der Installation von Ladesäulen, App und Werbemaßnahmen belaufen sich auf knapp 130 000 Euro. Standorte der E-Bikes sind die Sokola.de in Langenholthausen, der Landmarkt in Mellen und die Provinzial-Versicherung in Balve.

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