Bundesstraße 515 bleibt noch Monate gesperrt

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Diese Warnung „Lebensgefahr“ ist durchaus ernst zu nehmen. ▪

BALVE ▪ Michael Overmeyer und Roland Raberg von Straßen.NRW gehen davon aus, dass die B 515 im Hönnetal zwischen dem Abzweig nach Deilinghofen und der Holzener Straße noch Wochen, wenn nicht Monate gesperrt bleibt. Von Annabell Niemand

Vor anderthalb Wochen waren Felsbrocken auf die Fahrbahn gestürzt, woraufhin der Abschnitt gesperrt wurde. Gestern haben Mitarbeiter der Firma Feldhaus Bergbau damit begonnen, Lockergestein abzutragen. Bei einem Pressegespräch vor Ort erläuterten Overmeyer und Raberg das weitere Vorgehen.

Eine ganze Menge loses Gestein müsse in den kommenden zwei bis drei Wochen beseitigt werden. Dann entscheide ein Gutachter, in welchem Zustand der Fels ist und welche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es Fangzäune geben“, prognostiziert Roland Raberg, Leiter der Straßenmeisterei Iserlohn. Pfosten markieren bereits, wo sie verlaufen könnten. „Es ist sehr aufwändig, die Netze im Fels zu verankern. Möglicherweise müssen Anker eingebaut werden, die bis zu drei Meter tief in den Fels ragen.“ Weitere Wochen würden vergehen. Da das Gelände ein Naturschutzgebiet ist, müsse jeder Schritt vom Märkischen Kreis genehmigt werden.

„Wir können das Hönnetal nicht freigeben, wenn Lebensgefahr besteht und die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet ist“, sagt Pressesprecher Michael Overmeyer. Die Medienvertreter bekamen zum Teil am eigenen Leib zu spüren, wie gefährlich die Steinschlagzone derzeit ist. Fast im Minutentakt rasen fußballgroße Brocken mit lautem Gepolter die Böschung herunter, zerbersten an der Leitplanke und splittern auf die Fahrbahn. Für Fußgänger oder Autofahrer bliebe keine Zeit, zu reagieren.

Nicht umsonst halten zwei Mitarbeiter auf der Straße Funkkontakt zu den Männern im Berg. Sie sorgen dafür, dass auch wirklich niemand auf der Straße ist. Und selbst die wird mit Steinsand geschützt. Martin Rickert und Christian Siepe klopfen gut gesichert die Felswände nach lockerem Gestein ab und entfernen es. Kein einfaches Unterfangen: „Da, wo Wurzeln eingewachsen sind, ist es besonders gefährlich. Viele Bereiche sind sehr bemoost. Keiner darf unter dem anderen arbeiten.“ Konzentration und Kraft sind gefragt. Eine Länge von 250 Metern, zum Teil 50 Meter hoch, haben die Männer noch vor der Brust.

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