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Nach Vandalismus: „Bürokratischer Hindernislauf“ bis zur Auszahlung der Spenden

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Von: Julius Kolossa

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In Balve wurden viele Jesusfiguren und Wegekreuze zerstört. Hier schaut sich Pfarrer Andreas Schulte den Vandalismusfall im Landsberg-Velschen-Mausoleum auf dem Kirchplatz in Balve an. Archi
In Balve wurden viele Jesusfiguren und Wegekreuze zerstört. Hier schaut sich Pfarrer Andreas Schulte den Vandalismusfall im Landsberg-Velschen-Mausoleum auf dem Kirchplatz in Balve an. © Kolossa

Fast ein Jahr ist es her, dass mit der Festnahme eines Verdächtigen die Zerstörung von Wegekreuzen im Balver Stadtgebiet endete. Nach einem „bürokratischen Hindernislauf“ verteilt der Pastoralverbund im Februar nun knapp 12 000 Euro.

Balve – Vor fast genau einem Jahr atmeten viele Menschen in Balve kollektiv auf: Es war der 14. Januar 2022, als mit der Festnahme eines Verdächtigen die seit Juli 2021 andauernden Fälle von Zerstörungswut an Wegekreuzen im Stadtgebiet und an Grabkreuzen auf dem Mellener Friedhof ein Ende fanden.

Zerstörungswut: 37 Fälle kamen zur Anzeige

Es wurden jeweils Jesusfiguren mit Gewalt von den Kreuzen gerissen und dabei ganz oder teilweise zerstört. Einige wurden in der Nähe liegen gelassen, andere mitgenommen. 37 Fälle kamen zur Anzeige bei der Polizei. Diese hatte im Februar vergangenen Jahres im Mellener Pfarrheim 23 der beschädigten Kreuze und Figurenteile ausgelegt; einige geschädigte Privatpersonen und Kirchengemeinden fanden auch ihr Eigentum wieder.

Um niemanden mit den Vandalismusfolgen alleine zu lassen, hatte der Pastoralverbund Balve-Hönnetal eine Spendenaktion zu Gunsten der zerstörten Wegekreuze von Karfreitag bis zur Einweihung des neuen Balver Pfarrheims am 5. Juni initiiert. Dazu sagte Markus Hablowetz, Verwaltungsleiter des Pastoralverbundes, jetzt: „Es kamen insgesamt Spenden in Höhe von 5956,13 Euro zusammen.“

Knapp 12 000 Euro für die Geschädigten

Damit sollte es aber nicht genug sein, denn im Pastoralen Zentralbüro hatte man vorab mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn eine zusätzliche Unterstützung vereinbart. „Und das nach dem uns zugesagten Motto: ,Ihr in Balve sammelt, wir in Paderborn verdoppeln’“, so Hablowetz. Dass er erst jetzt bekannt geben konnte, dass ein Gesamtbetrag von 11 912,26 Euro an die Geschädigten verteilt werden kann, sei nicht in seinem Sinne.

„Es hat viel zu lange gedauert, bis man in Paderborn der Zusage nachgekommen ist.“ Denn es habe sich ein umständlicher Verwaltungsakt mit eventuell einzureichenden Nachweisen für die Auszahlung im Generalvikariat entwickelt, der erst nach mehreren Gesprächen beendet werden konnte. Hablowetz: „Aus der griffigen Zusage zu Beginn entwickelte sich ein bürokratischer Hindernislauf. Wir brauchten Beharrlichkeit und Vertrauen in dieser Angelegenheit. Das hat sich beides ausgezahlt.“

Beratungen über Auszahlungen am 7. Februar

Zur Auszahlung soll die Summe im Februar kommen, nachdem ein aus zwölf Mitgliedern bestehendes Gremium aus Ortsvorstehern und Kirchenvorstandsmitgliedern am 7. Februar im Balver Pfarrheim am Dechant-LÖcker-Weg sich zu diesen Beratungen treffen wird. Markus Hablowetz: „Es soll dann sehr kurzfristig das Geld ausgezahlt werden.“

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