Bürgermeister will die Sekundarschule

BALVE ▪ Der Rat der Stadt Balve wird am kommenden Mittwoch über die Einrichtung einer Sekundarschule entscheiden. Außerdem wird Bürgermeister Mühling den Haushalt einbringen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal im Rathaus.

Die Entscheidung zur Einrichtung der Sekundarschule ist vorgezeichnet. Während sich CDU und SPD gemeinsam für die Einrichtung dieser Schulform ausgesprochen haben, wird die UWG dagegen stimmen. Für die Verwaltung ist die Sachlage vollkommen klar, für Bürgermeister Mühling führt kein Weg vorbei an der Gründung der neuen Schulform. Er schreibt: „Auch unter Berücksichtigung des Aspekts eines sich verschärft abzeichnenden Arbeitskräftemangels darf kein Kind verloren gegeben werden. Deshalb muss auch unser Bildungssystem vor Ort besonders Ressourcen bildungsferner Schichten erschließen, fördern und damit Bildungsgerechtigkeit sowie Chancengleichheit herstellen.“

Weder für die Realschule noch für die Hauptschule werde es in Zukunft ausreichend hohe Anmeldezahlen geben. In absehbarer Zeit müsse die Hauptschule ohnehin aufgelöst werden, so Mühling. Durch die Auflösung der Hauptschule würde auch die Arbeit der Realschule beeinträchtigt. Zudem leide die Balver Realschule darunter, dass Eltern ihre Kinder zur Gemeinschaftsschule nach Neuenrade schickten. Mühling: „Auch der Bestand der Realschule ist aufgrund der sinkenden Schülerzahlen langfristig gesehen nicht gesichert.“

Der anlassbezogene Schulentwicklungsplan mache deutlich, so resümiert die Verwaltung, dass die Fortführung der Hauptschule und der Realschule „schulrechtlich und schulorganisatorisch bedenklich und gefährdend“ seien.

Die Schülerzahlen in Balve gehen aufgrund des demografischen Wandels erheblich zurück. Von 130 Einschulungen im Schuljahr 2012/2013 sinkt die Zahl auf geraden einmal noch 75 im Jahr 2017/2018. Hier liegt allerdings auch die Kritik der UWG begründet. die Wählergemeinschaft weist daraufhin, dass langfristig gesehen auch die Sekundarschule nicht genügend Potenzial habe.

Nach einer Elternbefragung mit Rückläufen zwischen 50 und 60 Prozent geht die Verwaltung davon aus, dass es im kommenden Schuljahr ein Potenzial von 80 Schülern für die Sekundarschule gebe. 75 Anmeldungen braucht die Schule mindestens, um gegründet zu werden. Mühling folgert, dass sowohl der anlassbezogene Schulentwicklungsplan als auch die Elternbefragung die Schulgründung ermöglichten.

Für die weiteren Jahrgänge sieht die Verwaltung Potenziale von 85, 89 und 91. Für den Jahrgang 2017/2018 sinkt die Zahl allerdings auf 66 Kinder. Für diesen Fall kündigte Mühling jetzt schon eine Kontaktaufnahme mit den Nachbarstädten an, um den Bedarf der Balver Sekundarschule weiterhin sicherstellen zu können.

Von Volker Heyn

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