Bürgermeister spricht sich für Erhalt der Grundschule aus

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Ortsvorsteherin Barbara Wachauf will für den Erhalt der Schule mit diesen Aufklebern kämpfen. ▪

LANGENHOLTHAUSEN ▪ „Wenn bis 2014/15 die Schülerzahlen noch in Ordnung sind, gibt es doch jetzt noch gar keinen Grund, eine Entscheidung zu treffen“, echauffierte sich ein Diskussionsteilnehmer während der Bürgerversammlung in der Tischlerei Allhoff am Montagabend. Das Thema Grundschule Langenholthausen wurde sehr emotional besprochen. Von Michael Koll

Herausragend war der Moment, als der ehemalige Fördervereinsvorsitzende Friedhelm Grote das Wort ergriff. Er sprach von strahlenden Kinderaugen und von Mädchen und Jungen, „die nach der vierten Klasse diese 1862 erbaute Schule gar nicht verlassen wollten.“ Mehrfach versagte Grote die Stimme. Fast kamen ihm die Tränen. Als er dann auf die Äußerungen von Reinhard Schmidt, Kämmerer der Stadt Balve, zu sprechen kam, war er sichtlich aufgewühlt. „Wenn wir nur noch haushaltspolitisch argumentieren – wo leben wir dann eigentlich?“, fragte er wütend. Der schallende Applaus der über 100 Zuhörer war ihm sicher.

Diese freuten sich auch, dass sich der Vorsitzende der CDU-Ortsunion Langenholthausen, Guido Grote, wie auch Bürgermeister Hubertus Mühling eindeutig zu dem Schulstandort Langenholthausen bekannten. Grote erklärte zudem, dass die Schulrätin Annette Heinz ihm in einem längeren Telefonat versichert habe, dass es unstrittig sei, dass die heimische Grundschule „den Schülern eine überdurchschnittliche Qualifikation“ beschere.

Dass die Schulrätin gleichwohl Handlungsbedarf sehe, konnte niemand im Raum verstehen. „Die Wahl zwischen einer Schließung der Schule im Sommer und der Errichtung einer Verbundschule“, brachte es ein Redner für alle auf den Punkt, „ist eine zwischen Pest und Cholera.“ Und auch Bürgermeister Mühling zeigte sich kämpferisch: „Wir müssen uns darum bemühen, dass außer den Kindern aus Langenholthausen und Mellen auch welche aus Balve und von weiter weg hierher zur Schule kommen.“

Ortsvorsteherin Wachauf präsentierte Aufkleber mit der Aufschrift „Grundschule Langenholthausen – Ja bitte!“. Guido Grote ließ erste Listen für eine Unterschriftensammlung herumgehen, auf der sich die Anwesenden gerne eintrugen. Ein Hauptargument Grotes für die Grundschule waren die Zahlen: „Die prognostizierten Schülerzahlen sind immer übertroffen worden. Im laufenden Jahr etwa um zwei Schüler.“ Und das heiße, dass in Langenholthausen im kommenden Jahr noch 98 Mädchen und Jungen unterrichtet würden. Und so plane Grote nach den Osterferien einen runden Tisch mit Elternvertretern, dem Förderverein und allen im Rat vertretenen Fraktionen. Diesen solle die Stimmung der Bürgerversammlung am Montag vermittelt werden.

Dann sprach das Stadtoberhaupt von der bedauerlichen demografischen Entwicklung: „Nicht jeder hat, so wie ich, drei Kinder.“ Grote argumentierte weiter, die Grundschule „habe über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf“. Gebäude und Außenanlagen seien in einem „Top-Zustand“. Schließlich sei gerade erst „enorm investiert“ worden. Und es seien „viele Eigenleistungen der Dorfbevölkerung“ erbracht worden. Das Einzige, was aktuell fehle, sei eine neue Lautsprecher-Anlage. „Aber das sind nur Kleinigkeiten“, unterstrich Bürgermeister Mühling in diesem Zusammenhang.

Schließlich, betonte der CDU-Ortsunionsvorsitzende, sei die Langenholthausener Lehranstalt seit nunmehr zwölf Jahren erfolgreich Integrationsschule. „Unsere Kinder müssten sonst auf eine Sonderschule gehen und zwei Stunden mit dem Bus fahren“, unterstrich ein Bürger. Ein anderer sagte: „Solche Schulen wie unsere sind Perlen, die auf keinen Fall geschlossen werden dürfen.“ Grote verdeutlichte schließlich die Gefahr, die vom Damoklesschwert über der Einrichtung ausgehe: „Wenn die Tür einmal zu ist, dann geht sie niemals mehr auf.“ Und kämpferisch schob er hinterher: „Es gibt überhaupt keinen Grund, diese Schule zu schließen.“ Der Bürgermeister nickte heftig.

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