Der Bürgermeister ist optimistisch

Die Weiternutzung des Marienhospitals soll nach der Übergabe der Immobilie in drei Stufen erfolgen.

BALVE ▪ Erhitzte Gemüter trafen jetzt in der Ratssitzung aufeinander, als die Schließung des Balver Krankenhauses thematisiert wurde. Anlass für die Diskussion war ein Antrag der UWG, der zahlreiche konkreten Fragen enthielt.

„Der Märkische Kreis hat die Märkischen Kliniken mit einer Bürgschaft von 20 Millionen Euro unterstützt. Die Märkischen Kliniken sind damit gerettet. Man hält Plettenberg, Altena und Werdohl. Aber was ist mit Balve? Ich fühle mich als ein Mensch zweiter Klasse“, machte Heinrich Stüecken, Vorsitzender der Orts-UWG Balve, seinem Ärger Luft. Kay Schmidt von der SPD reagierte prompt und erklärte, dass es Sache des Betreibers gewesen wäre, an den Märkischen Kreis heranzutreten. Stattdessen habe der mit seiner schlechten finanziellen Lage zu lange hinterm Berg gehalten.

Bürgermeister Hubertus Mühling erläuterte schließlich die Weiternutzung des Marienhospitals und stellte das für ihn „alternativlose Konzept“ Gesundheits-Campus-Sauerland vor. Danach solle eine Nutzung in drei, zeitlich noch nicht festgelegten Stufen erfolgen. Innerhalb der ersten Stufe würden Praxen für Innere Medizin, Chirurgie und Radiologie angesiedelt werden. Zudem soll es eine Praxis für Krankengymnastik geben. In einer zweiten Stufe käme dann auch eine Tagesklinik dazu.

Aber: „Es ist kein Krankenhaus mehr“ machte Mühling deutlich. Es wäre schön, eine Unfallchirurgie zu haben. Die sei auch angedacht, derzeit aber nicht machbar. Dreh- und Angelpunkt des Ganzen sei der Verkauf der Immobilie. Vorgesehen sei eine Übergabe an Gesundheits-Campus-Sauerland und eine Bürgerstiftung. Gespräche dazu liefen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass in Kürze die beteiligten Parteien Vereinbarungen finden, die eine Weiternutzung des Hauses ermöglichen“, gab sich Mühling optimistisch.

Lorenz Schnadt von der UWG nutzte die Gelegenheit, die Verschlechterungen seit der Schließung des Krankenhauses im Mai vorzubringen: „Bis jetzt hatte Balve kreisweit mit die besten Notarztzeiten. Das ist Geschichte. Bislang hatte Meinerzhagen die schlechtesten Zeiten. Aber wir werden wohl schlechter werden.“

Bezüglich der stationären und unfallmedizinischen Versorgung Balves nach der Schließung erklärte der Bürgermeister, dass auch bislang die Menschen immer selbst entschieden haben, in welches Krankenhaus sie gehen möchten. Dabei hätten sich nicht alle für Balve entschieden. Würden Notärzte benötigt, werde das über die Kreisleitstelle geregelt. Je nachdem wo ein Arzt frei sei, würde er geschickt. - Jana Peuckert

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