Kampf gegen Steinbrucherweiterung

Bürgerinitiative im MK stellt sich auf jahrelange Auseinandersetzungen ein

Zwei oberflächennahe Sprengungen fanden am Montag im Steinbruch Asbeck statt. Die Staubwolke sei anschließend Richtung Eisborn gezogen, beschweren sich die Steinbruch-Gegner.
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Die Bürgerinitiative möchte verhindern, dass das Lhost-Hönnetal-Werk seine Kalbabbauflächen vergrößern darf.

Die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS) hat fristgerecht bis Ende Juni umfangreiche Einwendungen gegen den Entwurf des Regionalplans eingereicht

Die BGS wehrt sich damit weiterhin gegen die geplante Steinbrucherweiterung des Lhoist-Kalkwerks im Hönnetal.

Vorsitzender Michael Hirt und Stellvertreter Jochen Voß teilten mit, dass die Bürgerinitiative jegliche Steinbrucherweiterungen ablehnt. „Die BGS Eisborn stellt sich auf jahrelange Auseinandersetzungen, inklusive der vollen Ausschöpfung der Klage- und Rechtswege, ein“, heißt es wörtlich. So solle „weiterer Raubbau und die Ausbeutung der Natur“, insbesondere im Hönnetal, durch den Lhoist-Konzert verhindert werden.

Können Flächen nicht aufgenommen werden?

Die Bürgerinitiative beanstandet, dass die südlich der K 29 gelegenen Erweiterungsflächen weder einer komplexen speläologischen Untersuchung, noch einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen worden seien. Dort befänden sich beispielsweise Brutbiotope der Feldlerche. „Die BGS rechnet daher damit, dass diese Flächen gar nicht in den Entwurf des Regionalplanes aufgenommen werden können und erst nach Abschluss der Untersuchungen ein gesondertes Verfahren durchgeführt werden muss“, schreiben Hirt und Voß.

Die Beeinträchtigungen der Bevölkerung sind für die Ausbau-Gegner ein weiterer Hauptpunkt bei den Einwendungen. Besonders die Bevölkerung in Eisborn sei bereits seit Jahren enormen Belastungen ausgesetzt. „Neben der Lärmbelästigung, den Erschütterungen, die zu immer mehr Rissen in den Häusern führen, ist insbesondere die unerträgliche Staubbelästigung zu nennen. Der Staub enthält nachweislich toxische Stoffe, die gesundheitsgefährdend sind“, schreibt die Bürgerinitiative und kritisiert, dass vollständige Messergebnisse den BGS-Verantwortlichen bislang nicht vorgelegt worden seien. „Dauernde Verschmutzungen von Häusern, Gärten, Fahrzeugen durch die Staubwolken und die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind nicht zu akzeptieren.“

Erhebliche Veränderungen des Kleinklimas

Die „einzigartige Kulturlandschaft und das einmalige Landschaftsbild des Hönnetals“ werde unwiederbringlich durch eine Steinbrucherweiterung zerstört. „Die Erweiterung würde – aufgrund der unmittelbaren Dorfnähe – erhebliche Veränderungen des Kleinklimas und der Luftströmungsverhältnisse verursachen“, so die BGS.

Weitere Abgrabungen durch den Kalkabbau störten den Wasserhaushalt empfindlich. Um den Kalkabbau durchführen zu können, müsse bereits jetzt Grundwasser abgepumpt werden. „Der derzeitige Wasserverbrauch beläuft sich auf 3 365 000 Kubikmeter im Jahr“, so die BGS. Die Planung des Unternehmens sehe künftig bis zu 11 Millionen Kubikmeter jährlich vor. Dies sei ungefähr der Trinkwasserverbrauch von 210 000 Menschen und damit etwa des halben Kreisgebiets.

Mehr als 400 Einwendungen von Personen aus Eisborn

Neben den Einwendungen der BGS Eisborn seien weit mehr als 400 Einwendungen von Einzelpersonen aus Eisborn und Umgebung gegen die Planung erhoben worden. „Die breite Masse der Bevölkerung positioniert sich somit entschieden gegen jegliche Erweiterungen des Steinbruchs Eisborn/Asbeck und die unerträglichen Beeinträchtigungen durch den Steinbruchbetrieb“, so Hirt und Voß abschließend.

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