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Bürgerinitiative im Dialog mit Calcit

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Von: Julius Kolossa

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In diese Richtung soll der Steinbruch erweitert werden: Calcit-Geschäftsführer Jody Koopmans erläuterte seine Expansionspläne jetzt auch den Vertretern der BGS Eisborn.
In diese Richtung soll der Steinbruch erweitert werden: Calcit-Geschäftsführer Jody Koopmans erläuterte seine Expansionspläne jetzt auch den Vertretern der BGS Eisborn. © Kolossa, Julius

Die Eisborner Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung (BGS) informierte sich jetzt bei Geschäftsführer Jody Koopmans über die Erweiterungspläne des Unternehmens Calcit Edelsplitt.

Anders als beim Kalkproduzenten Lhoist, zu dem die Bürgerinitiative zuletzt jeden Kontakt abgebrochen hatte, setzen die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Michael Hirt bei Calcit auf den Dialog.

„Weitere Gespräche werden folgen, um gemeinsam Lösungen zu generieren, für eine gute Nachbarschaft und ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten“, teilte die BGS am Donnerstag schriftlich mit. Calcit möchte seinen Steinbruch im Bereich Eisborn/Retringen/Deinstrop um zehn Hektar in Richtung Asbeck – und damit weg von Eisborn – vergrößern.

750.000 Tonnen pro Jahr

Nach dieser Erweiterung sei das Material im Steinbruch nach rund 30 Jahren abgebaut. „Und nach heutigem Stand der Technik wird der Betrieb anschließend eingestellt“, teilte die Bürgerinitiative weiterhin mit. Der vorhandene „Krater“ werde sich mit Wasser füllen und zu einem See. „Bis dahin wird eine Abbaumenge von 750 000 Tonnen pro Jahr keinesfalls überschritten“, so die BGS.

Für die Ortschaft Asbeck sei von Calcit ein Lärmgutachten beauftragt worden. Die Erschütterungen durch Sprengarbeiten im Steinbruch seien auf eine Schwinggeschwindigkeit von 3,5 mm/s limitiert, könnten aber bei Bedarf durch entsprechende Sprengtechnik reduziert werden.

Optimierung der Abbaustrategie

Die Calcit-Verantwortlichen und die Vertreter der BGS diskutierten auch über die Themen Lärm- und Staubbelästigung, Erschütterungen, Naturschutz und Verkehr. „Zur merklichen Minderung der Lärmbelästigung wurden von Calcit als Lösung gegebenenfalls eine Optimierung der Abbaustrategie, Anpassung von Wällen und für samstags eine reduzierte Steinbruchtätigkeit von 7 bis 17 Uhr, anstatt von 6 bis 22 Uhr, an maximal zehn Samstagen im Jahr zugesichert“, so die Bürgerinitiative. Zudem sollen die Sprengungen an festen Terminen erfolgen und die Anwohner könnten eine Stunde vor Sprengung informiert werden.

Koopmans lud die BGS-Verantwortlichen zu einer Betriebsbesichtigung und der Besichtigung einer Sprengung ein. Beides soll demnächst erfolgen. Für eine Präsentation der Erweiterungspläne für Bewohner der umliegenden Ortschaften stehe Calcit nach Terminabsprache ebenfalls zur Verfügung, teilte die BGS abschließend mit.

Timmermann legt Amt nieder

Der Streit zwischen der Bürgerinitiative und Lhoist hatte zuletzt das zugeführt, dass CDU-Ratsherr Jens Timmermann seinen Sprecherposten beim Eisborner Bürgerforum niedergelegt hatte, nachdem Timmermann für seine Meinung zu diesem Vorgehen der BGS viel kritisiert worden war.

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