Brutaler Überfall auf Ehepaar: Darum war der Prozessauftakt schnell vorbei

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In Handschellen und begleitet von mehreren Justizbeamten wurde der Angeklagte am Montagmorgen in den Gerichtssaal gebracht.

Balve – Der Vorsitzende Richter Daniel Langesberg hatte am Montag viel Zeit für die Verhandlung vor dem 2. Großen Strafkammer am Arnsberger Landgericht gegen einen 40-jährigen Polen, dem besonders schwerer Raub in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und Körperverletzung vorgeworfen wird, eingeplant.  

Nach 25 Minuten war allerdings schon wieder alles vorbei. Denn der bestellte Gutachter ließ sich kurzfristig wegen Krankheit entschuldigen. Der Sachverständige ist in dieser Sache allerdings entscheidend, geht es doch darum, ob von dem Angeklagten eine besondere Gefährlichkeit ausgeht, sodass nach der Haftstrafe eine Sicherheitsverwahrung erforderlich werden könnte. Schuldfähigkeit, verminderte Schuldfähigkeit oder Schuldunfähigkeit stehen dabei im Raum. 

Im Sitzungssaal gab der Strafverteidiger des Angeklagten keine Stellungnahme ab, teilte aber für den nächsten Verhandlungstermin am Dienstag, 29. Oktober, 9 Uhr, mit, sich dann zur Person und zur Sache äußern zu wollen. 

In Handschellen in den Gerichtssaal

Der Pole, der in Handschellen in den Gerichtssaal gebracht wurde, soll im Februar 2016 gemeinsam mit einem Komplizen in Balve bei einem Ehepaar geklingelt, nach der Öffnung der Tür auf die Eheleute eingeschlagen, sie bedroht, gefesselt und geknebelt haben. An Beute machte das Duo laut Anklage 2000 Euro, zwei Handys und ein Fernglas. Ähnlich brutal sollen die beiden nur wenige Tage später in Essen vorgegangen sein. Dort wurde ein Mann in seiner Wohnung überfallen und unter anderem durch den Einsatz wohl eines Totschlägers schwer verletzt. 

Der Mittäter wurde bereits am 9. Januar 2018 vom Landgericht zu acht Jahren Haft verurteilt. Dass dieser zweite Prozess nun mit einer recht langen zeitlichen Verzögerung stattfindet, wird von der Pressestelle des Landgerichts mit Ermittlungsmaßnahmen in Polen begründet. Nach dortiger Strafvollstreckung wurde der Angeklagte nach Deutschland ausgeliefert. Das Strafmaß sieht eine Haftstraße zwischen fünf und 15 Jahren vor, falls sich die Vorwürfe gegen den 40-Jährigen bewahrheiten. 

Balver Ehepaar als Zeugen dabei

Das Balver Ehepaar tritt in diesem Prozess nicht als Nebenkläger, sondern nur als Zeugen auf. Insgesamt vier Zeugen werden am nächsten Verhandlungstag Ende Oktober gehört, darunter auch der verurteilte Mittäter.

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