Brutaler Überfall in Balve: 35-Jährigem droht lange Haftstrafe

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Symbolbild

Balve - Mindestens fünf Jahre Haft drohen im Falle einer Verurteilung einem 35-Jährigen, der gemeinsam mit einem Komplizen zwei brutale Raubüberfälle, einen davon im Februar vergangenen Jahres in Balve, begangen haben soll.

Beim Prozessauftakt am Donnerstag vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg, der Pole ist wegen schweren Raubs, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt, berichtete der Angeklagte über den Überfall in der Hönnestadt und zeigte sich weitgehend geständig.

Zusammen mit seinem mutmaßlichen Begleiter, ein zweiter Verdächtiger sitzt derzeit noch in Polen in Untersuchungshaft, soll er ein älteres Ehepaar am 1. Februar 2016 in dessen Wohnhaus zusammengeschlagen, gefesselt und geknebelt haben. Die Täter erbeuteten bei dem Raubüberfall etwa 2000 Euro Bargeld, zwei Mobiltelefone und ein Fernglas.

Nach einem Tipp aus dem Umfeld der Opfer habe er sich das Objekt in Balve gezielt für seinen Raubüberfall ausgesucht. Mit dem erbeuteten Geldbetrag habe er einen Teil seiner Schulden aus Drogengeschäften begleichen wollen, erzählte der Angeklagte vor dem Landgericht.

Auch der 55-jährige Balver, der bei der Attacke schwer verletzt worden war, und seine 58-jährige Ehefrau waren als Zeugen im Gerichtssaal und mussten noch einmal über ihr Martyrium berichten. Nachdem der 55-Jährige nach einem Klingeln die Haustür geöffnet hatte, habe ihm der Angeklagte, der auch eine Schusswaffe bei sich getragen haben soll, schnell einen Kopfstoß versetzt und den Eheleuten Reizgas ins Gesicht gesprüht.

Der 55-Jährige erlitt bei den Attacken unter anderem einen Nasenbein- und Rippenbruch. Diese Wunden sind mittlerweile zwar verheilt, tiefe psychische Narben aber geblieben. So sagten beide Opfer aus, unter den Folgen des brutalen Überfalls bis heute zu leiden.

Der Angeklagte war nach intensiven Fahndungsmaßnahmen der Polizei, die rasch nach der Tat unter anderem ein Foto veröffentlicht hatten, schließlich im Mai dieses Jahres in Polen verhaftet und einige Wochen später nach Deutschland überstellt worden. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt in Hamm.

Prozess wird am 9. Januar fortgesetzt

Fortgesetzt wird der Prozess am Dienstag, 9. Januar, 9 Uhr, in Saal 3 des Landgerichts. Dann soll es auch um den zweiten Raubüberfall in Essen gehen, verübt nur wenige Tage nach der Tat in Balve. Dabei soll der Wohnungsinhaber unter anderem mit einem Totschläger angegriffen worden sein. Der Essener wurde lebensgefährlich verletzt, erlitt unter anderem Gehirnblutungen, Rippenbrüche und eine Verletzung am rechten Auge. Zudem wurde auch er gefesselt und geknebelt. Das alles übrigens für Bargeld in Höhe von 150 Euro und ein Smartphone.

„Nachdem der Angeklagte umfangreiche Angaben gemacht hat und auch die Opfer aus dem Balve-Überfall gehört worden sind, kann es gut sein, dass der Prozess am nächsten Verhandlungstag bereits zu Ende geht“, sagte Dr. Johannes Kamp, Pressesprecher des Landgerichts Arnsberg, im Gespräch mit unserer Zeitung.

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