Brühne-Gruppe plant Erweiterung um 18 Hektar

+
Diese Skizze macht deutlich, wie nah der Steinbruch (blaue Linie) demnächst an die Beckumer Wohngebiete (oben rechts) heranrücken soll.

BECKUM ▪ Die vorgesehene Erweiterung des Steinbruchs Kalkwerk Sanssouci bewegt die Beckumer. Nur dieser Punkt interessierte die 80 Teilnehmer der Bürgerversammlung, die Ortsvorsteher Johannes Schulte und Bürgermeister Hubertus Mühling einberufen hatten.

Für die Brühne-Gruppe, die den Steinbruch im Mai 2007 übernommen hatte, waren Betriebsleiter Markus Struwe, Annette Fischer (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) und auch der Diplom-Ingenieur und Landschaftsarchitekt Bertram Mestermann bereit, Rede und Antwort zu stehen. Allerdings war es nur der Technische Geschäftsführer Dr. Heinz Bauer, der nach einer kurzen Präsentation der Planungen gefragt war.

In Sanssouci wurde im vergangenen Jahr durch den Abbau von 560 000 Tonnen Kalkstein ein Umsatz von 3,3 Millionen Euro erzielt. Um auf Dauer marktfähig zu bleiben, sei eine Vergrößerung der Fläche von bisher 33 Hektar um 18 Hektar erforderlich. „Unsere Gespräche haben einen konkreten Punkt erreicht, den wir nicht vorenthalten möchten“, erläuterte Dr. Bauer. Im Zuge dieser Erweiterung komme der Steinbruch auch Beckum, und zwar in Richtung Langenloh, entgegen. Der Weg von Beckum nach Wocklum sei dann allerdings Vergangenheit. Eine Alternative dazu sei der geschotterte Kruse-Weg über ein Dammbauwerk Schloss Wocklum.

„Damit sichern wir uns die Rohstoffe“, nannte Dr. Bauer die Vorteile für die Brühne-Gruppe, die 25 bis 30 Jahre den Abbau in dieser „Hertin I“-Variante betreiben könne. Dafür will das Unternehmen dem Märkischen Kreis Anfang Juni eine Informationsmappe übergeben. In einem öffentlichen Planfeststellungsverfahren kommen dann alle Argumente auf den Tisch. Diese werden mit Gutachten untermauert. Dr. Bauer: „Wir rechnen damit, dass im Herbst 2011 eine Entscheidung fallen wird.“

Selber gab er zu, dass die Situation für die Beckumer nicht günstig sei. Besonders die Nähe zu den Wohngebieten Zum Langenloh, Roussayer Weg und auch Nikolausstraße wurde diskutiert. Die Anwohner kritisierten nicht nur Wertminderung, Staub- und Lärmbelastung, sondern auch die nach den Sprengungen eventuell auftretenden Schäden, wie sie in der Vergangenheit aufgetreten seien. Die zu bearbeitende Fläche sei zu nah an den Wohngebieten. „Nicht die Entfernung ist das Maß der Dinge, sondern die Art der Sprengung“, verwies Dr. Bauer auf die Technik, mit der gesetzliche Erschütterungs-Grenzwerte eingehalten werden. Er wich auch Fragen nach einer vorherigen Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der Häuser oder Erstattung der Schäden nicht aus. Zwar gab er noch keine endgültige Antwort, sagte aber zu konnte, dass diese Argumente geprüft würden.

Beschlüsse über die Erweiterung seien noch nicht gefasst worden, stellte Bürgermeister Hubertus Mühling fest. Wenn positiv entschieden werde, könnten, so Dr. Bauer, Arbeitszeiten innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Zeit von 6 bis 22 Uhr möglich sein. Angestrebt sei, eine Million Tonnen Gestein abzubauen, „doch wir werden nur den Bedarf abdecken, den die Kunden verlangen.“

„Ich nehme die Bedenken, Ängste und Sorgen der Mitbürger auf, habe Verständnis, und werde dies in die politische Diskussion mit einbringen“, schloss Ortsvorsteher Johannes Schulte die Bürgerversammlung. ▪ JK

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare