Brühne-Gruppe beißt in Beckum auf Granit

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Vor Ort hat sich die CDU-Fraktion am Montagabend ein Bild von den Plänen zur Erweiterung der Steinbrüche in der Beckumer Schlade gemacht.

BECKUM ▪ Die CDU-Fraktion im Balver Stadtrat spricht sich dafür aus, vor einem Verkauf des Verbindungsweges zwischen Wocklum und Beckum an die Brühne-Gruppe gründlich zu überlegen. Das Unternehmen möchte den Weg kaufen, um die beiden Steinbrüche Hertin I und Hertin II miteinander zu verbinden und das Abbaugebiet zu vergrößern.

Die CDU hat sich vor ihrer Fraktionssitzung am Montagabend vor Ort ein Bild von dem Vorhaben gemacht, die Steinbrüche bis an die Trasse der vorhandenen 110-kV-Leitung in der Beckumer Schlade auszudehnen. Dabei wurden insbesondere aus der Ortsunion Beckum-Eisborn-Volkringhausen kritische Stimmen laut. „Das ist so nicht zu akzeptieren. Die Interessen der Beckumer Bevölkerung werden hier völlig außer Acht gelassen“, wetterte beispielsweise Beckums Ortsvorsteher Johannes Schulte gegen die Pläne des Unternehmens. Nicht nur, dass der Steinbruch nach diesen Plänen demnächst bis auf 170 Meter an die vorhandene Wohnbebauung heranrücke. Die zu erwartende Verlegung der Brechanlage werde Lärm- und Staubbelastung mit sich bringen. Deshalb kann CDU-Ratsherr Heiner Lürbke „gut verstehen, wenn die Anwohner, die ein Leben für ihr Häuschen gespart haben, jetzt auf die Barrikaden gehen.“ In Beckum beißt die Brühne-Gruppe mit ihrem Vorhaben also offenbar auf Granit.

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Beschlossene Sache ist die Ausdehnung des Steinbruches indes noch keineswegs. Vielmehr steht das Verfahren noch ganz am Anfang. Wesentlichen Einfluss darauf könnte die Stadt Balve haben, der der Verbindungsweg gehört, der bislang beide Steinbrüche trennt. Er müsste aufgegeben werden, damit sich der ganze Aufwand für die Brühne-Gruppe überhaupt lohnt, denn ansonsten müsste sie den Kalkstein über eine lange Strecke zur Weiterverarbeitung transportieren. Dem Stadtrat liegt heute ein Vertragsentwurf für den Verkauf dieses Weges vor. In nichtöffentlicher Sitzung werden die Politiker darüber beraten. Eine Entscheidung wird heute wohl noch nicht fallen, aber für CDU-Fraktionschef Johannes Wortmann steht fest: „Wir werden uns die Entscheidung über den Verkauf dieses Weges bestimmt nicht leicht machen“ Andererseits könnte der Verkauf für die Stadt vielleicht eine lukrative Sache sein, denn das Steinbruch-Unternehmen müsste der Stadt unter Umständen einen Bruchzins für den Abbau des unter dem Weg liegenden Kalksteins bezahlen. Wortmann weist solche Überlegungen allerdings zurück: „Wir wollen nicht auf Teufel komm raus Geld verdienen, sondern das Dorf schützen.“ ▪ vg

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