Boege: „Erfolgreiche Schule nicht zerschlagen“

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Interessiert verfolgten die Eltern der Realschüler, wie die Schule bei zwei unterschiedlichen Leistungsstudien abgeschnitten hatte. ▪

BALVE ▪ „Wir brauchen die Unternehmen aus der Region und die Eltern unserer Schüler als verlässliche Partner“, sagte der Leiter der Realschule, Wilhelm Boege, am Rande der Informationsstunden, in denen die Schule am Dienstag über ihre laufenden und zukünftigen Projekte sowie über die Ergebnisse von Leistungsstudien unterrichtete. In ihren Händen liege die Zukunft der Realschule.

Mit den Unternehmern, die sich im Februar als Partner für die damaligen Achtklässler zur Verfügung gestellt hatten, zog die Schule am Nachmittag eine Zwischenbilanz dieser „Partner-für-Schüler-GmbH“. 40 Jugendliche nehmen freiwillig an diesem Projekt teil, in dem ihnen Unternehmer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Ratgeber in Sachen Berufsfindung zur Seite stehen. Diese Partnerschaften hätten schon große Früchte getragen, meinte Lehrerin Sonja Schmidt. Für die Schüler sei es nach der Zeit des Kennenlernens ihrer Partner nun an der Zeit, konkrete Berufsziele zu definieren. Die Schüler und ihre Partner bewerteten in Fragebögen und persönlichen Gesprächen die bisherige Zusammenarbeit. Die Auswertung folgt in Kürze.

Die Realschule möchte dieses Projekt ab Februar auch den neuen Achtklässlern anbieten und ist deshalb schon jetzt auf der Suche nach weiteren Partnern, die sich bereiterklären, den Jugendlichen bei der Berufsorientierung zu helfen. Doch auch für die ebenfalls für Februar geplanten Lerntage warb Schulleiter Boege um die Unterstützung der Unternehmer. Dann würden sie als Referenten über Themen aus der Arbeitswelt, aber auch als Gastgeber bei Betriebsbesichtigungen benötigt.

Unternehmern wie auch Eltern stellten der Schulleiter und sein Stellvertreter Tobias Hommel die Ergebnisse zweier Studien vor, in denen die Leistungsfähigkeit der Realschule untersucht worden war. In der Seis-Studie der Bertelsmann-Stiftung waren die Achtklässler und ihre Eltern unter anderem über schulische Qualitätsentwicklung und die Gestaltung des Unterrichts befragt worden. Auch über die Professionalität der Lehrkräfte, Schulkultur und Schulmanagement hatten sie ihre Meinung abgeben sollen. Das Ergebnis: Die Realschule Balve schnitt in den allermeisten Kategorien besser ab als der Durchschnitt der 45 untersuchten Realschulen in NRW.

Auch mit den Ergebnissen der Pars-Studie kann die Realschule zufrieden sein. Hier hatte die Uni Dortmund in Befragungen von Schülern und Eltern untersucht, wie sich die Leistungen der Fünft- und Neuntklässler in Mathematik und Naturwissenschaften entwickeln. In beiden Bereichen lag die Realschule deutlich über dem Durchschnittswert, der aus den 50 teilnehmenden Schulen in NRW ermittelt worden war, reichte sogar fast an die Ergebnisse untersuchter Gymnasien heran.

Für Schulleiter Wilhelm Boege war das ein Anlass, für den Fortbestand der Realschule zu werben. Vor dem Hintergrund der landesweiten Diskussionen über eine Veränderung des dreigliederigen Schulsystems und der Umwandlung der Hauptschule in einer Gemeinschaftsschule in der Nachbarstadt Neuenrade sagte Boege: „Es muss jeder wissen, was er zerschlägt, wenn er diese Schule auflöst!“

Boeges Befürchtungen sind aber offensichtlich unbegründet. Es gebe derzeit keinen Anlass, am bestehenden Schulsystem in Balve etwas zu verändern, sagte der Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat, Johannes Wortmann, gestern auf Anfrage des Süderländer Volksfreunds. Die Gemeinschaftsschule sei mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, und er sei dagegen, „mit fliegenden Fahnen in eine ungewisse Zukunft zu laufen“, so Wortmann.

Unternehmern und Eltern stellte die Realschule auch ihre Pläne für ein digitales schwarzes Brett vor. Für rund 10 000 Euro solle eine Anlage angeschafft werden, die schulrelevante Informationen auf mehrere in der Schule verteilte Bildschirme bringen kann. In diesem System könnten Unternehmen beispielsweise auch Ausbildungsstellen ausschreiben. Finanzieren müsste die Schule die Anschaffung allerdings selbst, von der Stadt ist kein Geld zu erwarten. Deshalb bat Schulleiter Boege am Dienstag um Spenden. ▪ vg

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