Bleibechancen für Junge

Im Balver Rathaus fand die jüngste Sitzung des Stadtrates der Hönnestadt statt.

BALVE - Horst Schönweitz vom Planungsbüro Pesch und Partner hat Mittwoch im Rat das Dorfentwicklungskonzept Balve eingebracht. Jetzt haben die Fraktionen Zeit, das auch mit Kosten verbundene Konzept zu beraten. Verabschiedet werden soll es – ebenso wie der Haushalt – am 12. Dezember im Rat.

„Das ist ein spannender Prozess, das hat man nicht alle Tage“, berichtete Schönweitz. Besonders beeindruckt habe ihn die große Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Begonnen worden sei der Prozess in drei Bürgerforen im April des Jahres. Dann folgten im Sommer mehrere „runde Tische“ in den Ortsteilen. Daraus seien Projekte erarbeitet und wieder in den Foren vorgestellt worden.

Aus all’ diesen Bürgerinteressen hat das Büro Pesch ein Leitbild für die Dorfentwicklung erstellt, direkte Oberziele formuliert und für die Stadtteile konkrete Projekte entwickelt. Das Leitbild orientiere sich am Begriff der Heimat: Sieben Ortsteile, 112 Vereine, 11 900 Einwohner, eine Stadt.

Oberziele wurden so formuliert: Bleibechancen für junge Menschen erhöhen; Lebensqualität für alte Menschen verbessern; Zuzug neuer Mitbürger erreichen. Um diese drei Oberziele zu erreichen, sei ein gutes Bildungsangebot nötig. Die städtebauliche Situation müsse aufgewertet werden. Neue Nahversorgungskonzepte seien nötig. Bürgerengagement und Ehrenamt müssten gestärkt werden. Der Tourismus bedürfe weiterer Förderung.

Unterhalb dieser Ziele präsentierte Schönweitz am Mittwoch einen sechsseitigen Katalog von konkreten Projekten mit ganz genauen Beschreibungen, Kostenansätzen und Zielsetzungen in den Stadtteilen.

Für die Stadt Balve in ihrer Gesamtheit hatte Schönweitz acht Projekte vorgestellt. Die Namen dieser acht Projekte klingen teilweise sehr nach Stadtplaner-Deutsch, sind aber immer inhaltlich mit ganz konkreten Maßnahmen gekoppelt. Noch einmal wurde darauf hingewiesen, dass alle Projekte im Grunde genommen Bürgerwünsche seien, die diese entwickelt und auch gewichtet hätten.

Diese acht Projekte lauten so: Anpassung und Mobilisierung des Gebäude- und Wohnungsangebotes; funktionale und gestalterische Aufwertung von Bestandsgebäuden; Sicherung und Verbesserung wohnungsnaher Versorgung; Sicherung einer hochwertigen sozialen Infrastruktur; Förderung und Ausweitung von Bürgerengagement; Sicherung und Verbesserung von Mobilität und technischer Infrastruktur; Stärkung von Stadtmarketing und Tourismus; Aufwertung von Landschaftsbild und Umwelt.

Massive Kritik am Dorfentwicklungskonzept gab es von Heinrich Stüeken von der UWG. Schönweitz habe sich sinnbildlich verhalten wie ein Autoverkäufer: Die Karre würde aufgehübscht, der Motorschaden aber nicht behoben. Die Zukunft der Stadt Balve könne nur gesichert werden, wenn es gelänge, Jugendliche nach ihrer Ausbildung oder Studium wieder nach Balve zurückzuholen. Das funktioniere nur, wenn die Jugendlichen vorher in den Vereinen verwurzelt würden. Ein Jugendbeirat für die Stadt müsse her.

Die UWG habe die Chance verwirkt, an den runden Tischen teilzunehmen, entgegnete Johannes Schulte. Hubertus Schweitzer (CDU) sagte, dass schon 80 bis 85 Prozent der Jugendlichen in Vereinen gebunden seien. Er forderte die UWG auf, das Konzept jetzt nicht „kaputt“ zu reden und nicht „Unmögliches“ zu fordern. SPD-Sprecher Schmidt meinte, dass über Gewichtungen noch gesprochen werden müsse. - Volker Heyn

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