St. Blasius: Das Pfarrarchiv zieht um

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Ab in die Kiste: Rudolf Rath bereitet alles für den Umzug des Pfarrarchivs vor.

Balve - Die Letzten machen das Licht aus und drehen den Schlüssel um. Im Pfarrheim der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius am Kirchplatz war dies in dieser Woche mit einigen Monaten Verzögerung der Fall

Fünf Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens verpackten sämtliche Exponate aus dem Pfarrarchiv, darunter nicht nur Bücher, sondern auch Schrankwände, in zwei Lastwagen. 

Rudolf Rath, Pfarrarchivpfleger, schloss pünktlich zur Mittagszeit die Tür ab. Das Balver Pfarrheim, vor mehr als 60 Jahren auf den Grundmauern eines Bunkers erbaut, steht jetzt komplett leer und kann abgerissen werden, um Platz zu schaffen für einen Ersatzneubau. 

Neuer Arbeitsplatz an der Alten Hospitalgasse 

Doch für Rudolf Rath geht die Geschichte weiter: Sein Arbeitsplatz ist jetzt in der Alten Hospitalgasse 5. Dort, wo einst Briefe, Pakete, Päckchen und Briefmarken über die Theken der Post gingen, zieht jetzt das Pfarrarchiv ein – so lange, bis im neuen Pfarrheim am alten Standort am Kirchplatz die Räume wieder bezogen werden können. 

Im Februar jedenfalls, so war von Kirchenvorstandsmitglied Jürgen Känzler zu hören, soll abgerissen werden. Bis der Neubau anschließend fertiggestellt ist, rechnen die Gemeinde-Verantwortlichen mit einem Zeitraum von mindestens einem Jahr. 

Archiv seit 2009 im Pfarrheim

Bis dahin hat sich der Archivpfleger am Übergangsstandort längst eingelebt. Denn wehmütig schaut Rudolf Rath nicht zurück auf die Zeit im bald ehemaligen Pfarrheim. Ab 2009 hatte das Pfarrarchiv im früheren Raum der KFD-Frauengemeinschaft sein Domizil. „In den Jahren von 2004 bis 2009 war es im Obergeschoss des jetzigen Pastoralen Zentralbüros untergebracht“, erinnerte sich Rath. „Davor lagen sämtliche Unterlagen im dortigen Keller.“ 

Die Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens transportierten das gesamte Archiv-Inventar ab.

Obwohl hinter Rath jetzt fast ein Jahrzehnt in diesem Gebäude liegt, blickte er beim Abschied nicht zurück – sondern lieber nach vorne: „Ich finde nach dem Neubau sehr gute Bedingungen vor, sodass ich nichts vermissen werde.“ Aber der Pfarrarchivar ist sich auch sicher: „Wehmütig werde ich sicherlich, wenn das Gebäude wirklich abgerissen wird.“ 

Besucher aus England und den USA

 Lange als „Balver Jugendheim“ bekannt, machte Pfarrer Dr. Richter während seiner Amtszeit in Balve das „Pfarrheim St. Blasius“ daraus. Im Eingang hängt noch dieses aus Holz gefertigte Schild. 

Für Rath beginnt mit dem Umzug ein neuer Abschnitt als Pfarrarchivpfleger, für den er selbst mit angepackt hat. Zwischen den Jahren hat er eine Übersicht über die Standorte der Vitrinen und Schränke angefertigt, mit der er dem Umzugsunternehmen hilfreich zur Seite stand. „Die sind schnell“, lobte er, als nach vier Stunden der letzte Karton in einem der Lastwagen verschwand. Nach einer kurzen Fahrt begann das Auspacken im Übergangsquartier an der Alten Hospitalgasse. 

Mehr Platz steht jetzt zur Verfügung, weiß Rudolf Rath. Und dass nicht nur für ihn, sondern auch für die Besucher. Täglich schauten mehrere bei ihm vorbei: „Viele aus Balve und auch ehemalige Balver, aber auch US-Amerikaner, Engländer und Niederländer.“ Alle, die Verbindungen mit der Stadt an der Hönne haben, begeben sich im Pfarrarchiv – jetzt an der Alten Hospitalgasse 5 in der Nähe des Rathauses – auf Spurensuche.

Die Öffnungszeiten bleiben auch am neuen Standort an der Alten Hospitalgasse unverändert: Montag bis Freitag, 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Postadresse ist weiterhin Pfarrarchiv St. Blasius, Kirchplatz 5, 58802 Balve. Zu erreichen ist das Archiv unter Tel. 0 23 75 /2 04 98 09 und per E-Mail an archiv-st.blasius@pv-balve-hoennetal.de.

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