Feuerwehr: auch im Einsatz "besonnen" fahren

Polizeioberkommissar Franz-Josef Griese und Polizeihauptkommissar Josef Pille informierten die Feuerwehrmänner. ▪

BECKUM ▪ Einsatz! Die alarmierten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr machen sich von zu Hause oder ihrem Arbeitsplatz auf zum Gerätehaus. Schnell muss es gehen, denn bei einem Unfall oder Brand kommt es auf jede Sekunde an. Und hier setzten die ersten Fragen an: Was ist erlaubt? Um Antworten zu erhalten, fand ein Gespräch mit dem Löschzug 3 (Löschgruppen aus Beckum, Eisborn und Volkringhausen) und der Polizei in der Hönnetalhalle statt.

„Trotzdem bitte besonnen fahren“, mahnte Josef Pille, Polizeihauptkommissar und Leiter der Wache Menden. „Seit 2002 sind elf Feuerwehrleute in NRW ums Leben gekommen, als sie schnell zum Einsatz unterwegs waren.“ Diese so genannten „Sonderrechte“ sind „unter Wahrnehmung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ erlaubt. Mit Polizeioberkommissar Franz-Josef Griese, Bezirksdienst Balve, informierte er den fast vollständig anwesenden Löschzug. „Wir arbeiten in Extremsituation zusammen“, sind die Feuerwehrkameraden keine Unbekannten. Erstmals wurden Punkte besprochen, die von den drei Gruppen und deren Gruppenleitern erstellt worden sind.

„Der Einsatzleiter entscheidet in allen Fällen unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit“, stellte Josef Pille fest, was zu tun sei, bis die Polizei vor Ort ist. Dazu gehört die Verkehrsregelung bei Unfällen und Übungen, aber auch Wohnungsöffnungen im Sinne der „Feuerschutzhilfeleistung“. Bei Verdacht auf Brandstiftung sollte die Polizei informiert werden, ebenso bei Arbeitsunfällen. „Das Amt für Arbeitsschutz übernimmt dann die weitere Arbeit“, so Pille.

Vorne und hinten abgesichert werden Brauchtumsumzüge – 21 gab es als „Martinszüge“ in Menden und Balve. Zukünftig werden die in Menden durchgeführten Anweisungen mit Absicherung an den Seiten sowie das Tragen mit Warnwesten auch Kreisweit umgesetzt.

„Die bisherigen Maßnahmen in Eisborn reichen nicht mehr aus“, wies Pille auf die hohe Zahl an Lkw hin, die seit der Hönnetal-Sperrung durch das Dorf fahren. Vorgesehen ist daher, dass ab Retringen nur noch bis zur Eisborner Kreuzung gefahren werden darf. Ab dort bis zum Hönnetal ist die Durchfahrt dann nur noch für landwirtschaftliche Fahrzeuge zulässig: „Die Gespräche laufen, so dass wahrscheinlich noch in diesem Jahr diese Regelung eingeführt werden kann.“ Es wird demnächst noch ausführlich hierüber informiert.

Von einigen Einsätzen, wie anderswo im Land, seien Polizei und Feuerwehr in unserer Region bisher verschont geblieben: zwischen zwei und acht Autos werden jeden Tag/jede Nacht angesteckt.

Es war ein informatives erstes Gespräch. „Das Wissen für jede Kameradin und jeden Kameraden ist erweitert worden“, fasste es Stadtbrandinspektor Frank Busche zusammen. Eine Fortsetzung in vielleicht zwei Jahren sei vorstellbar. ▪ Julius Kolossa

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