Biogasanlage in Eisborn soll am Wochenende in Betrieb gehen

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Auf einem 1,6 Hektar großen Areal ist die Biogasanlage in Eisborn entstanden. ▪

EISBORN ▪ Die zweite Biogasanlage auf Balver Stadtgebiet soll am Wochenende den Betrieb aufnehmen. Bauherr ist die Biogas Eisborn GmbH und Co. KG. Dahinter stecken die Landwirte Franz-Josef Schulte-Bauerdick, Michael Tillmann, Wilhelm Spiekermann und Georg Schulte. Zusammen haben sie 2,2 Millionen Euro investiert.

Bereits vor zwei Jahren, so berichtet Georg Schulte, entschied sich das Quartett, in die Technik zu investieren. Gespräche mit potentiellen Abnehmern der Wärme wurden geführt – mit Erfolg. Denn: „Erst ein feststehendes Wärmekonzept macht die Sache rund.“ Das Energieeinspeisegesetz mache den Plan auf lange Sicht lukrativ. Den Strom, den die Biogasanlage erzeugt, wird in das Netz eingespeist.

Im Februar hatten die Bauarbeiten in der Horst begonnen. Inzwischen ist die Biogasanlage auf dem 1,6 Hektar großen Areal so gut wie fertig. Nur noch einige Rest arbeiten sind zu erledigen. „Wir gehen jetzt an den Start. Am Wochenende fangen wir an, die Anlage zu beschicken. Ende nächster Woche läuft der erste Motor“, sagt Schulte.

Betrieben wird die Biogasanlage mit Mais- und Grassilage, Pferdemist und Rindergülle. Mit 30 Tonnen will sie jeden Tag gefüttert werden. Der Großteil kommt aus den Ställen und von den Wiesen der Landwirte. „85 Prozent haben wir selbst zur Verfügung.“ Knapp 300 Hektar Land bewirtschaften die vier Betriebe insgesamt.

In der Anlage entsteht durch einen Gärungsprozess Methangas. Das wird entschwefelt und einem Blockheizkraftwerk zugeführt, wo es einen Motor antreibt. Das wiederum erzeugt Strom – 250 Kilowatt pro Stunde. Wenn der Motor läuft, entsteht auch Wärme. Die nutzt der Hof Schulte in der Horst. Es ist geplant, nächstes Jahr noch drei Einfamilienhäuser mit der Restwärme zu beliefern.

Ein zweiter Motor mit einer Stromleistung von 220 kW pro Stunde steht in Eisborn. Eine Gasleitung soll Ende kommender Woche dahin gelegt werden. Die Wärme, die dort entsteht, soll die beiden Hotels und voraussichtlich drei Einfamilienhäuser versorgen. Die Jahresleistung: „Wir haben mit 3,5 Millionen Kilowattstunden gerechnet“, berichtet Schulte.

Kritiker sagen, dass Maisanbau für Biogasanlagen zu Monokulturen führe. Das kann Schulte nicht ganz bestreiten: „Mais ist eine interessante Frucht. Sie hat die höchsten Hektar-Erträge.“ Allerdings sagt er auch: „Für uns haben wir gesagt, dass wir nicht mehr als 50 Prozent Mais anbauen.“ Beim Bau der Anlage sei die Entscheidung berücksichtigt worden. Eine spezielle Rührtechnik wurde eingebaut, weil Mist und Gras schwerer zu vergären sind als Mais. So kann die Anlage vieles „verdauen“. Ganz nebenbei entsteht mit dem vergorenen Bioabfall hochwertiger Mineraldünger.

Unangenehme Gerüche müssen die Eisborner nicht befürchten. Der Landwirt beruhigt: „Alles, was riecht, vergärt und die Behälter sind dicht.“ ▪ Annabell Niemand

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