Restaurierung kostete 20.000 Euro

Bildstock nach einem Jahr zurück in Balve

Zurück in Balve: Diplom-Restaurator Matthias Rüenauver (links) und Bildhauer-Meister Michael Diewo stellten den restaurierten St.-Agatha-Bildstock am Donnerstag auf dem Kirchplatz wieder auf.
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Zurück in Balve: Diplom-Restaurator Matthias Rüenauver (links) und Bildhauer-Meister Michael Diewo stellten den restaurierten St.-Agatha-Bildstock am Donnerstag auf dem Kirchplatz wieder auf.

Der St.-Agatha-Bildstock steht wieder auf dem Kirchplatz in Balve. „Den durften wir nicht verkommen lassen“, sagte Bruno Köck, im Kirchenvorstand der St.-Blasius-Gemeinde für Bauangelegenheiten zuständig.

Köck war sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Restaurierung, das er am Donnerstag zu sehen bekam, als zwei Mitarbeiter der Firma ars colendi aus Paderborn den Bildstock wieder aufstellten.

Von Grund auf restauriert, verleiht Kalkschlamm diesem Bildstock jetzt eine helle Ausstrahlung. Fast ein Jahr dauerten die Arbeiten, die mit dem Abbau am 27. Juli 2020 begonnen hatten. Die Corona-Pandemie und erforderliche Absprachen mit den Gremien im Erzbistum Paderborn und Vertretern des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sorgten für die fast einjährige Abwesenheit des Bildstocks.

Gemeinde muss alle Kosten tragen

Die Gesamtkosten der Restaurierung in Höhe von etwa 20 000 Euro trägt die Kirchengemeinde. Bruno Köck: „Förderungen haben wir nicht erhalten.“ Aber das Geld sei es wert gewesen – immerhin handelt es sich um ein Werk von historischem Wert, wie sich durch Nachforschungen belegen lässt. Zusammengefasst auf einer neben dem Bildstock stehenden Tafel wird auf das Jahr 1698 hingewiesen, in dem die Familie Kramer diesen Bau zur Erinnerung an den Stadtbrand von Balve errichten ließ. Der Gesamttext auf dem Bildstock lautet übersetzt: „Der heiligen Agatha, der starken Jungfrau und glorreichen Märtyrerin in frommen Sinne errichtet von den Eheleuten Ludwig Cramer, Bürgermeister von Balve, und Cornelia Maragaretha Zersen“.

Auch diese Inschrift brachten die Fachleute, Diplom-Restaurator Matthias Rüenauver und Bildhauer-Meister Michael Diewo, wieder zum Vorschein. „Es gab viel zu tun“, sagte Rüenauver. „Alles war in einem verheerenden Zustand mit Abblätterungen und Rissen.“

Münzen im Sockel gefunden

Frisch restauriert, ruht der Bildstock seit Donnerstag auf einem neuen Fundament. Beim Abbau waren im alten Fundament einige Münzen gefunden worden, darunter zwei Reichsmark aus dem Jahr 1935, aber auch 50 Pfennig aus den 1950er-Jahren sowie diverse Münzen um 1900 oder 1800 auch mit französischer Prägung. Diese sollen, so Kirchenvorstandsmitglied Ludger Terbrüggen, an den Pfarrarchivar Rudolf Rath für die Verwahrung im Archiv übergeben werden. „Dort sind sie in guten Händen.“

Auch Ludger Terbrüggen ist mit dem Ergebnis der Restaurierung sehr zufrieden. Der Bildstock vervollständige nun wieder das Gesamtbild des Kirchplatzes. In die Nische können demnächst wieder Kerzen oder Blumen abgelegt werden.

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