Brauerei macht „Friedensangebot“

Im Bierstreit zwischen der Iserlohner Gastro und den Balver Schützen gibt es ein „Friedensangebot“ seitens der Brauerei.

BALVE ▪ Im Bierstreit zwischen den Balver Schützen und der Krombacher Brauerei als Eigentümer der Iserlohner Gastro GmbH & Co. KG hat es jetzt ein Friedensangebot seitens der Brauerei gegeben. Gegen die Zahlung einer Abstandssumme in Höhe von 25 000 Euro ist die Iserlohner Gastro bereit, die Lieferrechte freizugeben.

Die Iserlohner Gastro wolle mit dieser Regelung kein Geld verdienen, teilte Brauerei-Sprecher Dr. Franz Weihrauch mit. Die Summe solle daher in zehn Spenden für die Region zu je 2 500 Euro aufgeteilt werden.

Zum Krach mit der Krombacher Brauerei war es gekommen, nachdem die mehr als 1600 Mitglieder zählende Schützenbruderschaft St. Sebastian den bestehenden Vertrag zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt hatte – aus Sicht des Bierlieferanten ohne rechtsgültigen Grund. Die Balver Schützen indes hatten mangelnde Produktqualität zum Thema gemacht. Der Geschmack des Gebräus aus Iserlohn sei je nach Fass unterschiedlich, kritisierten die Schützen. Die Iserlohner Brauerei wies diese Vorwürfe jedoch zurück. Die Brauerei legte ein Gutachten des Fresenius-Instituts vor, „aus dem hervorgeht, dass die Produkte der Iserlohner Brauerei einwandfrei sind und die Kritik der Balver Schützen keinerlei Grundlage hat“, so heißt es aus Kreuztal, dem Sitz der Krombacher Brauerei.

Beim Landgericht hatte die Iserlohner Gastro eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Sollte die Bruderschaft eine andere Biermarke als Iserlohner ausschenken, drohte ihr danach eine Konventionalstrafe in Höhe von 250 000 Euro.

Nichts desto trotz sei man seitens der Iserlohner Gastro GmbH weder an einer gerichtlichen Auseinandersetzung interessiert, noch daran, den Bürgern aus Balve die Freude an ihrem Schützenfest zu nehmen, hieß es am Donnerstag aus Krombach.

„In einem Gespräch zwischen dem Vorsitzenden der Balver Schützen, Prinz Engelbert von Croy, und dem Geschäftsführer Martin Terbrüggen sowie Friedhelm Menges und Gerd Harnischmacher als offizielle Vertreter der Iserlohner Gastro GmbH, wurden aktuell verschiedene Wege, eine Einigung zu erzielen, diskutiert“, teilte der Sprecher der Brauerei Dr. Franz Weihrauch mit. Dabei hätten die Repräsentanten der Iserlohner Gastro folgenden Vorschlag gemacht: Obwohl man aufgrund der fehlenden Mengen einen wesentlich höheren Betrag hätte geltend machen können, sei die Iserlohner Gastro bereit, die Lieferrechte gegen Zahlung einer Abstandssumme in Höhe von 25 000 Euro freizugeben. Diese Summe soll aufgeteilt und gespendet werden. Bürgerinnen und Bürger seien aufgefordert, Institutionen und Organisationen vorzuschlagen, die sie für unterstützenswert halten. Ein noch zu benennendes Gremium der Iserlohner Gastro werde zehn Vorschläge auswählen.

Der Vorstand der Balver St. Sebastian-Schützen wollte in einer Vorstandssitzung über den Vorschlag der Iserlohner Gastro beraten, erklärte Geschäftsführer Martin Terbrüggen auf Nachfrage. - Simone Benninghaush

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