Bewegte Gemüter in Garbeck: Großer Andrang beim Bürgerforum

+
Der Ausbau der Kreisstraße K11n von Leveringhausen nach Garbeck ist für die Bürger ein großes Thema.

Garbeck - Die 150 aufgestellten Stühle reichten nicht aus beim Bürgerforum in Garbeck, so groß war das Interesse über die Neugestaltung der Dorfmitte und den Ausbau der Kreisstraße K11n von Leveringhausen nach Elfenfohren.

Besonders die K11n bewegte die Gemüter – bleibt der jetzige Zustand erhalten, kann sie, so Landrat Thomas Gemke, in fünf bis sieben Jahren nur noch für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben werden. Die Frage, wie nach dem Ausbau die ab dann geschätzten 3150 Fahrzeuge täglich (heute: 1500) zu bewältigen seien, und das Argument, dass eventuell mehr Unfälle als bisher zu verzeichnen sein werden, konnte er nicht zufriedenstellend beantworten. 

Die jetzt gegebene Chance, den Ist-Zustand zu verbessern, sollte genutzt werden, hielt der Landrat dagegen. Denn weder Altena, Hemer, noch Neuenrade als an die Kreisstraße mit angebundene Nachbarkommunen würden von sich aus investieren. So wie jetzt könne es aber auf Dauer nicht bleiben. 

Mangelhafter Zustand

Dabei sei Handlungsbedarf auf dieser Strecke aus Gründen der Sicherheit und zum Wohle der Allgemeinheit gegeben, führte Klaus Gillmann, Straßen.NRW, aus. Der aktuelle Zustand sei mangelhaft, die Verkehrsverhältnisse bei einer Straßenbreite von vier Metern unzureichend. 

Deshalb läuft das Planfeststellungsverfahren über den Ausbau der 2800 Meter Strecke, die auf 5,5 Meter verbreitert werden soll, und die nicht für Lkw ab 3,5 Tonnen freigegeben wird. Kosten wird dies etwa 7,8 Millionen Euro. Baubeginn ist voraussichtlich 2020.

150 Stühle wurden aufgestellt – das Interesse für die Themen des Bürgerforums war jedoch so groß, dass diese nicht ausreichten.

„Viel Kreativität“ werde benötigt, um die nach dem Ausbau entstehenden Belastungen in Garbeck, wie gestiegene Straßenverkehrsbelastung, Lärm und Geschwindigkeit, zu dämpfen, hielt Bürgermeister Hubertus Mühling fest. Es müsse noch nach Antworten gesucht werden.  Nicht zu unterschätzen sei aber, dass Leveringhausen in diesem Konzept kein Niemandsland bleibe, sondern die Straße dort mit ausgebaut werde. 

Ortsvorsteher Christoph Haarmann sieht den Märkischen Kreis in der Pflicht. Er sagte: „Dieser muss eine vernünftige Lösung vorlegen, und zwar für Leveringhausen und auch für Garbeck.“ Zu gegebener Zeit werde er die Bürger über den weiteren Verlauf informieren. Auch die Dorfmitte bleibt dabei in seinem Fokus. 

Ort mit hoher Aufenthaltsqualität

Vorgestellt wurden die Planungen von Margarete Hoberg-Klute und Volker Finger, die aus der bisher wenig einladend wirkenden Straße von der Volksbank bis zum Ehrenmal einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität machen wollen. 

Bauminseln als Geschwindigkeitsbegrenzer auf der zweispurigen Straße sollen den nördlichen Bereich aufwerten, der sichtbar gemachte Garbach mit flacher Böschung, Stufen, Sitzplatz, Treppe und zwei Brücken den südlichen Bereich. Die Bezirksregierung habe, wie der Bürgermeister betonte, bereits eine Förderung zugesagt. 

Davon sollen auch die Anlieger profitieren. Gebühren müssen sie nicht bezahlen, sie dürfen auch ihre privaten Flächen mit Fördermitteln bepflanzen oder pflastern lassen. 

Baubeginn ist ab Mitte 2018

Mit Hilfe des Märkischen Kreises wird 2017 zunächst der Kanal auf der Straße Im Brauke, von der Schützenhalle bis zum Garbecker Markt, saniert. Baubeginn für die Dorfmitte ist ab Mitte 2018. Bis zum Schützenfest 2019 soll sie fertig sein.

Garbecks Dorfmitte bindet weder Schule, Kirche, Feuerwehr noch Kindergarten mit ein. Der Bürgermeister sagte, dass im nordwestlichen Bereich Garbecks kein Platz für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität gegeben sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare