Bewährungsstrafe für Marihuana-Verkauf

MENDEN/BALVE ▪ Weil er mit Betäubungsmitteln gehandelt und einen Fremden verprügelt haben soll, musste sich ein 19-jähriger Balver gestern vor dem Amtsgericht Menden verantworten. Das Urteil: Neun Monate Haft auf Bewährung. Laut Anklage hatte der 19-Jährige in der Zeit zwischen dem 5. Oktober und dem 3. Dezember vergangenen Jahres insgesamt fünfmal Marihuana an einen Kleinkonsumenten vertickt.

Dabei lag die verkaufte Menge zwischen 0,5 und einem Gramm. Vor Gericht stritt der Angeklagte diesen Vorwurf gestern hartnäckig ab. Allerdings plauderte der Abnehmer, der nach einer Drogentherapie sein Leben ändern will, munter aus dem Nähkästchen. Hatte er bereits die Namen andere Dealer preisgegeben, erklärte er nun, auch der Balver habe ihm Stoff verkauft. Am Ende schenkte das Jugendschöffengericht dem Zeugen mehr Glauben als dem Mann auf der Anklagebank.

Der musste sich gestern gleich noch einem Körperverletzungsvorwurf stellen. Während eines Hafturlaubs Mitte letzten Jahres soll er gemeinsam mit seinem Bruder auf einen anderen Mann losgegangen sein, und diesen ordentlich verprügelt haben. Als Erklärung für sein Verhalten gab der 19-Jährige gestern an, der Bruder habe ihm erzählt, der Geschädigte habe ihn kurz zuvor angefahren. Aufgrund eines gewissen Alkoholpegels habe er dem Bruder geglaubt, obwohl der keinerlei Verletzungen vorweisen konnte.

Bei dem Balver handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt. Neben Raub und Diebstahl musste sich der 19-Jährige zuletzt, ebenso wie gestern, wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Dafür hatte er eine Gesamtstrafe von eineinhalb Jahren kassiert. Während eines Urlaubs dieser Strafe, hatte sich die gestern angeklagte Körperverletzung ereignet. Kurz nach seiner Entlassung Anfang Oktober 2010, war er schließlich erneut wegen Handeltreibens mit Marihuana straffällig geworden.

Aus diesem Grund forderte die Staatsanwaltschaft, die neun Monate Haft ohne Bewährung auszusprechen. Der Umstand, dass der Balver mittlerweile aber einen Arbeitsplatz und eine, wie er angab, schwangere Freundin hat, brachte das Gericht dazu, dem 19-Jährigen eine Bewährung und damit noch eine Chance, sein Leben jetzt in den Griff zu bekommen, zu geben. ▪ jape

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare