Betrunken in Papas Porsche

Ein Student muss 900 Euro Strafe bezahlen. Er saß betrunken hinterm Steuer.

BALVE ▪ Die wenige Sekunden lange Fahrt in einem Porsche kam einem BWL-Studenten teuer zu stehen. Gestern kassierte der 22-Jährige wegen fahrlässiger Trunkenheitsfahrt vor dem Amtsgericht Menden eine Geldbuße in Höhe von 900 Euro.

Laut Anklage hatte sich der Berliner am 4. September vergangenen Jahres nach einem Poloturnier auf dem Parkplatz der Reitanlage Schloss Wocklum, mit mehr als 1,77 Promille hinter das Steuer von Papas Porsche gesetzt. Nur das beherzte Eingreifen zweier Partygäste konnte laut Vorwurf verhindern, dass der Angeklagte das Gelände verließ. Der 22-Jährige, der in Anzug, Krawatte und polierten Schuhen auf der Anklagebank Platz genommen hatte, erklärte gestern, er habe den Wagen nur um ein paar Meter versetzten, aber auf gar keinen Fall auf die Straße fahren wollen. Einer der beiden eingreifenden Zeugen sah das anders. Er erklärte, der Angeklagte habe angegeben, in sein Hotel fahren zu wollen. Als sich das Fahrzeug dann in Bewegung gesetzt habe, habe zunächst ein Freund des Zeugen, und schließlich er selbst den Angeklagten an der Weiterfahrt gehindert. „Er war sofort sehr aufgebracht und aggressiv. Er hat die Hände zur Faust geballt und von drei runter gezählt”, so die Erinnerung des Zeugen, der als Polizist in Bremen tätig ist. Sein Beruf war es auch, der ihm in der Tatnacht zur Hilfe kam. Denn mit einem gekonnten Polizeigriff habe er den 22-Jährigen zu Boden gebracht und auf seine Kollegen gewartet. Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Frage, ob es sich bei dem abgegrenzten Stück, auf dem sich der Porschefahrer bewegt hatte, tatsächlich um einen öffentlichen Straßenteil handelte. Bis zuletzt konnte die Frage nicht geklärt werden. Der Prozess endete mit einer vorläufigen Einstellung gegen 900 Euro.

Jana Peuckert

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