Betrug: Balverin verdächtigt vor Gericht ihren Ex

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Balve/Menden – Über Ebay soll eine Frau aus Balve einen sogenannten Kappzaum, ein Utensil, das bei der Dressur von Pferden eingesetzt werden kann, verkauft, den Kaufpreis von 40 Euro einkassiert, die Ware aber nie verschickt haben.

Sie sei das gar nicht gewesen, erklärte die 30-Jährige nun im Amtsgericht Menden, wo sie sich wegen Betruges verantworten musste. 

Sie habe aber einen Verdacht. Im vergangenen Jahr habe sie sich von ihrem Lebensgefährten getrennt, weil der sie nicht nur mit anderen Frauen, sondern auch finanziell hintergangen und ausgenutzt habe. So habe er ihre Unterschrift gefälscht, um Verträge in ihrem Namen abzuschließen, dann aber für sich zu nutzen. Auch hinter dem Ebay-Geschäft muss dieser Mann stecken, zeigte sich die Angeklagte ganz sicher. Nach der Trennung habe er sie massiv gestalkt, ihr Haus beobachtet und sogar nachts in ihrem Zimmer gestanden. Von anderen Ex-Freundinnen habe sie erfahren, dass er diese ebenso behandelt hätte. 

Vorstrafe gar nicht bekannt?

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft machte keinen Hehl daraus, dass es ihr schwerfiel, das Gesagte zu glauben. Schließlich sei der Verkauf über den Ebay-Account der Balverin abgewickelt und das Geld auch auf ihr Konto überwiesen worden. Warum sie nicht stutzig geworden sei, als plötzlich 40 Euro auf ihrem Konto gelandet seien, wollte die Richterin wissen. Sie kontrolliere ihr Konto nicht so oft. Dieser kleine Betrag sei ihr einfach durchgegangen. 

Ebenso gegen die Angeklagte sprach eine Vorstrafe wegen Betruges. Als die Frau das hörte, schien sie aus allen Wolken zu fallen. „Davon weiß ich gar nichts“, erklärte sie mit weit aufgerissenen Augen. Erneut verdächtigte sie ihren Ex, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Zwischendurch hatte die Richterin angeregt, das Verfahren gegen die 30-Jährige einzustellen. Hätte die Balverin dem zugestimmt, hätte es sich um einen Freispruch zweiter Klasse gehandelt, da das Gericht im Falle einer Einstellung davon ausgeht, dass irgendetwas gewesen ist, die Angeklagte also nicht unschuldig ist. 

Ein neuer Termin

Aufgrund der Reaktion der Frau auf die Verlesung ihrer Vorstrafe, entschied die Richterin, weiter zu ermitteln. Sie setzte die Verhandlung zunächst aus. Einen neuen Termin wird es nun von Amts wegen geben.

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