Betreuungssituation nicht akzeptabel

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Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, die Betreuungssituation für berufstätige Mütter zu verbessern? Darüber diskutierten die Anwesenden beim Stammtisch.

Wocklum- Die Betreuungssituation für Kinder berufstätiger Mütter ist in Balve nicht akzeptabel – das wissen auch die Arbeitgeber, die versuchen ihren Angestellten entgegen zu kommen.

Diskutiert wurde dies beim Unternehmerstammtisch mit 30 Teilnehmern am Donnerstag in der Galerie des Reitstadions Wocklum. „Was können die Unternehmer in eigener Regie bewirken und umsetzen?“, fragte Stephanie Kißmer, Geschäftsführerin des Balver Stadtmarketings, das zu diesem Treffen eingeladen hatte. Immer mehr Mütter wollten nach einem Jahr Kinderpause wieder zurück an ihren Arbeitsplatz, so auch in Balve. 

Sponsoringvertrag mit der Kita 

Chemie Wocklum hat eine Art Sponsoringvertrag mit der privaten Kita „Kinderkreisel“ abgeschlossen. Die finanzielle Unterstützung garantiert jährlich einen Kita-Platz für das Kind einer Mitarbeiterin. „Ein überschaubarer Komfortgewinn, aber besser als nichts“, sagte Geschäftsführer Christian Schmoll. „Das ist aber nicht die optimale Lösung.“ Andere Firmen nehmen Fehlzeiten am Arbeitsplatz in Kauf. Tobias Müller, Geschäftsführer von Paul Müller: „Wir lassen die Mutter gehen, wenn ihr Kind krank ist.“

Freie Plätze und Tagesmütter fehlen

 Dass all dies nicht optimal sein kann in den Zeiten, wo Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer halten wollen, gab Bürgermeister Hubertus Mühling sofort zu. Freie Plätze und auch Tagesmütter fehlten; damit sei Balve aber nicht alleine, denn das Kreisjugendamt – für Balve als eine von sieben Kreiskommunen ohne eigenes Jugendamt zuständig – berate in dieser Woche über ein Förderprogramm. „Das Problem ist beim Kreis erkannt worden“, sagte Mühling. Dieser sei nun einmal für die Anzahl der Kita-Plätze im Stadtgebiet zuständig. Dabei seien die Grenzen bei Anmeldungen und Auslastungen schnell erreicht.

U3-Versorgung ist auch in Balve schlecht 

Ordnungsamtsleiter Marcus Kauke teilte auf Anfrage mit, dass die sogenannte Kindergartenbedarfsplanung für das nächste Jahr die maximale Auslastung der städtischen Kindertageseinrichtung Kinderreich in Garbeck mit 25 Kindern vorsehe. Im Sausebraus in Eisborn sollen 22 Kinder, darunter vier U3-Kinder, betreut werden. „Die U3-Versorgung ist auch in Balve schlecht“, bemerkte der Bürgermeister vor den Unternehmern. 52 Mädchen und Jungen hätten einen Rechtsanspruch, aber keinen Platz. Die Betreuungsquote liege bei 26 Prozent. 

Beratungen mit Kreisjugendamt

Im ersten Quartal des neuen Jahres, nach weiteren Beratungen mit dem Kreisjugendamt, soll die Kita-Situation noch einmal thematisiert werden. Stadtmarketing-Geschäftsführerin Stephanie Kißmer sieht dabei Raum für eine öffentliche Veranstaltung, in der Lösungsansätze vorgestellt werden sollen. Balves Stadtoberhaupt könnte sich aber auch private Träger für ein flexibles Modell vorstellen. Vielleicht fänden sich diese in den Reihen der Unternehmen.

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