Nordmänner kommen im Viertelstundentakt aus dem Wald

+
Treckerfahren mit Kind und Kegel in den Weihnachtsbaumwald gehört am Wochenende des vierten Advent beim Hof Tillmann zum Dauerbrennner-Angebot.

Grübeck - Alle Jahre wieder kommt die Diskussion um den perfekten Weihnachtsbaum auf. Hilfe bei der Suche gibt es auf dem Hof Tillmann, wo in der Zeit vor Weihnachten täglich Bäume jeder Größe und Dichte bereit liegen. Im Viertelstundentakt kommen frisch geschlagene Nordmanntannen und Blaufichten aus dem Wald.

„Die Nordmanntanne sticht nicht und ist dicht bewachsen“, stellt Hofinhaber Michael Tillmann die am meisten gefragte Baumart vor. „Blaufichte hat dickere Äste und riecht nach Wald.“ Im Angebot hat er auch etwas Exotisches: die Colorado-Tanne, sehr dicht und mit sehr langen Nadeln.

„Nicht Jedermanns Geschmack“, weiß Michael Tillmann, der seinen Kunden den Baumkauf zu einem Erlebnis macht. Auf dem Hof kann aus einer Vielzahl von geschlagenen Bäumen ausgesucht werden. Immer ausgebucht sind die Fahrten in die Schonung, wo sich Familien auf die Suche machen nach ihrem ganz persönlichen Baum, und diesen selbst sägen dürfen. Da freuen sich die Erwachsenen ebenso wie die Kinder, wenn sie das gute Stücke zum Einnetzen bringen.

Als Belohnung gibt es eine Rückfahrt auf dem Anhänger. Am Ziel gönnen sich alle noch eine Bratwurst, eine Kartoffelsuppe, Waffeln oder einen heißen Kakao, bevor es heimwärts geht – doch vorher muss der Nachwuchs erst noch aus der Strohburg in der Weihnachtsscheune geholt werden.

Auf dem Weg zum Auto fällt es schwer, den Blick von den links und rechts liegenden Bäumen abzuwenden. „Nein“, kommen beruhigende Worte aus dem Kreis der Familie über die Wahl. „Unser Baum ist der schönste.“ Und auch, wenn angesichts der Qual der Wahl bei Manchen die Entscheidung länger dauert, sind am Ende doch alle zufrieden. „Wir haben Zeit genug“, beruhigt Tillmann, der mit seiner Familie und Freunden am Samstag und Sonntag ab 9 Uhr die ersten Bäume verkauft hat. Bis zum Eintritt der Dunkelheit hat jeder die Möglichkeit, auszusuchen.

 „Jetzt geht es in die heiße Phase“, weiß er den Ansturm der Besucher zu schätzen, die erst ab dem 3. Advent aus ihren Häusern gekommen sind. Dicht an dicht stehen bei „Tillmann“ kurz vor Weihnachten die Autos aus dem Märkischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis, Recklinghausen, Dortmund und auch dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Am Silo ist ein weiterer Parkplatz entstanden, so dass das Parken an der Straße zwar nicht ganz unterbunden, aber doch reduziert werden kann. Ein Parkplatzdienst bringt Ordnung in das System.

Ruhe kehrt hier erst am Heiligen Abend ab 15 Uhr ein: „Auch dann halten wir noch Bäume bereit.“ Etwa sechs Bäume sind es noch, die auf die Spätentschlossenen warten. „Und die gibt es jedes Jahr“, weiß Michael Tillmann, dessen Weihnachtsbaumgeschäft in 20 Jahren ständig gewachsen ist. „Hier ist einer unserer Klassiker“, hält er einen kleinen aber feinen Baum hoch, der auf ein Tischchen passt und nicht allzu viel Platz wegnehmen wird. „Das ist ein Oma-Baum“, beschreibt er, was das Bäumchen so besonders macht. „Für unsere Oma“, sagen die Kunden nämlich dazu, wem sie damit eine Freude machen wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare