Bestattungen sollen in Balve bald teurer werden

Wer einen Angehörigen zu Grabe tragen muss, muss in der Stadt Balve bald tiefer in die Tasche greifen.

BALVE ▪ Mehr Wahrheit und Klarheit, mehr Kostentransparenz und mehr intergenerative Gerechtigkeit sollte das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF), das auch in der Stadt vor vier Jahren eingeführt worden ist, in den städtischen Haushalt bringen. Allmählich offenbaren sich auch die Schattenseiten des neuen Buchführungssystems. Jüngstes Beispiel: die Friedhofsgebühren, die vor allem aufgrund der Einführung des NKF steigen werden.

Jetzt setzte sich der Haupt- und Finanzausschuss mit der Gebührensatzung für die städtischen Friedhöfe auseinander und musste erkennen, dass an einer Erhöhung der Sätze kein Weg vorbeigeht. Die Hauptursachen dafür liegen im NKF: Weil die Stadt Balve ihre Vermögenswerte bilanziell bewerten musste, standen plötzlich viel höhere Werte für die Friedhofsflächen und Leichenhallen zu Buche als in der alten kamerlistischen Buchhaltung. Der Bodenwert zum Beispiel war sechsmal zu hoch wie ihn die Stadt vor der NKF-Einführung angesetzt hatte. Diese Buchwerte müssen kalkulatorisch zu 7 Prozent verzinst werden. „Und das macht alleine bei der Verzinsung der Bodenwerte 20 000 Euro pro Jahr aus“, erläuterte Verwaltungsmitarbeiter Hans-Jürgen Karthaus.

Für Balver, die einen Angehörigen auf einem der städtischen Friedhöfe in Balve, Beckum oder Volkringhausen beisetzen müssen, bedeutet dies, dass sie für eine Reihhengrabstätte mit 1270 Euro zukünftig fast 36 Prozent mehr bezahlen müssen als bisher. So genannte Wahlgrabstätten, in der Regel Familiengrabstätten, kosten ebenso viel und werden damit kaum teurer.

Tiefer müssen Hinterbliebene zukünftig auch für die Grabbereitung in die Tasche greifen. Anstatt bisher 461 Euro für ein Reihengrab oder 576 Euro für ein Wahlgrab werden dafür demnächst einheitlich 640 Euro fällig.

Günstiger wird dagegen die Benutzung der Friedhofskapellen auf dem Friedhof in Eisborn und auf den städtischen Friedhöfen, sofern sie nicht – wie in Volkringhausen – von einem Förderverein betrieben werden. Dafür werden ab Oktober mit 228 Euro nämlich 72 Euro weniger fällig als bisher. Allerdings wird andererseits die Benutzung der Leichenhallen mit 343 Euro etwas teurer. Wer beide Einrichtungen nutzte, musste bisher 600 Euro bezahlen, demnächst werden 571 Euro fällig.

Die Politiker des Haupt- und Finanzausschusses sahen zwar Möglichkeiten, an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen, um die Gebühren für die Bevölkerung etwas erträglicher zu gestalten. Letztlich müsste die dadurch entstandene Deckungslücke im Gebührenhaushalt jedoch im städtischen Gesamthaushalt aufgefangen werden, und der ist bekanntermaßen ohnehin schon stark belastet.

Das letzte Wort zur neuen Friedhofsgebührensatzung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, 22. September.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare