Mit besserer Verknüpfung schneller nach Iserlohn

Die MVG kann keine Direktverbindung von Balve nach Iserlohn anbieten.

BALVE ▪ Die Balver haben kaum Aussicht auf bessere Anbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das ist die Quintessenz aus den Beratungen im Stadtrat, der sich mit den Möglichkeiten befasste, im Raum Balve Nachtbusverbindungen und eine direkte Linie von Balve nach Iserlohn aufzubauen.

Die Idee, durch nächtliche Anruflinienfahrten die Städte Balve, Iserlohn, Hemer, Menden und Neuenrade zu vernetzen, hatte bereits im März die Partei Die Linke ins Spiel gebracht. Die Stadt Balve hatte das Anliegen damals an den Märkischen Kreis weitergereicht, dem die Organisation des ÖPNV per Gesetz obliegt. Von dort kam nun allerdings die Antwort, dass ein Nachtverkehr als Zusatzangebot von den Städten und Gemeinden vor Ort finanziert werden müsse. Die Märkische Verkehrs-Gesellschaft (MVG) hat die Kosten für ein von den Linken gefordertes Nachtbusangebot am Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag mit rund 17 000 Euro pro Jahr ermittelt. Diese Summe war die Mehrheit des Rates nicht bereit, zur Verfügung zu stellen. Nur UWG und SPD hätten sich das vorstellen können. UWG-Fraktionschef Lorenz Schnadt: „Man muss ja auch bedenken, dass nicht jedem ein Auto zur Verfügung steht. Auch die einkommensschwächeren Familien haben ein Anrecht darauf, am kulturellen Leben zum Beispiel in Iserlohn oder Menden teilzunehmen.“ Die CDU-Fraktion schmetterte das Vorhaben aber letztlich mit ihrer Mehrheit ab.

Schon vor Einführung des neuen MVG-Fahrplans im August war auch schon Kritik an den langen Fahrtzeiten zwischen Balve und Hemer beziehungsweise Iserlohn geübt worden. Beide Städte sind von Balve aus nur mit Umstieg in Menden erreichbar, und die Busverbindungen von Menden in Richtung Iserlohn/Hemer sind darauf nicht abgestimmt. Der Rat hatte deshalb im März angeregt, eine direkte Linienverbindung nach Iserlohn zu entwickeln. Nach Gesprächen zwischen Stadt, Kreis und MVG steht inzwischen fest, dass eine Kombination Hönnetalbahn und Anruflinienfahrten zwischen Binolen und Hemer kaum Zeitersparnis bringen, aber jährlich etwa 60 000 Euro kosten würde. Von einem „erheblichen finanziellen Aufwand“ geht die MVG auch dann aus, wenn auf einer solchen Linie mit regulären Linienbussen auch Fahrschüler befördert würden.

Die einzige finanzierbare Möglichkeit, die Fahrtzeiten zu verkürzen, sehen die Beteiligten deshalb darin, die Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Hönnetalbahn und Bussen in Menden besser aufeinander abzustimmen. Derzeit muss, wer mit der Bahn bis Menden fährt und dann nach Iserlohn weiterfahren muss, in Menden 22 Minuten auf den nächsten Schnellbus oder 31 Minuten auf den nächsten Linienbus warten. Nun soll geprüft werden, wie diese Bus-Schiene-Verknüpfung optimiert werden kann. ▪ vg

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