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Besondere Auszeichnung für Autorin Kathrin Heinrichs

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Von: Markus Wilczek

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Stolze Preisträgerin: Kathrin Heinrichs bekam am Wochenende einen der Glauser-Krimi-Preise verliehen.
Stolze Preisträgerin: Kathrin Heinrichs bekam am Wochenende einen der Glauser-Krimi-Preise verliehen. © Criminale

„Und gewonnen hat… Kathrin Heinrichs.“ Am Samstagabend wurden im Oscar-Modus die Gewinner der Glauser-Krimi-Preise bekannt gegeben, darunter die heimische Autorin Kathrin Heinrichs, deren Geschichte als Beste unter den eingereichten deutschsprachigen Kurzkrimis des Jahres 2021 auserkoren wurde.

Fünf Kurzkrimis waren nominiert, am Ende gewann die Balverin mit ihrer Story „Freier Fall“ aus der Anthologie „Im Mordfall Iserlohn“.

Luisa ist 18, als ihr Auto auf der A 46 von einem heruntergeworfenen Gully-Deckel getroffen wird und sie stirbt. Ihr alleinerziehender Vater kommt mit dem Verlust nicht zurecht und sinnt auf Rache. Heinrichs‘ Geschichte ist aus zwei Perspektiven erzählt: aus der des verzweifelten Vaters und aus der des getriebenen Mittäters. Schuld ist das große Thema in dem Text – und der Umgang damit. Die aufeinander zulaufenden Handlungsstränge scheinen in einer Katastrophe zu münden, bis ein überraschendes Ende alle Leseewartungen bricht. „Grandios“, formulierte es Laudator Jürgen Ehlers bei der Preisverleihung im Parktheater in Iserlohn.

Die Jury besteht aus Krimi-Autoren

Der Glauser-Preis ist benannt nach dem Schweizer Kriminalschriftsteller Friedrich Glauser. Die Jury besteht selbst aus Krimi-Autoren, die den besten Roman und die beste Geschichte in verschiedenen Kategorien auswählen. „Von Kollegen nominiert zu werden, ist eine besondere Auszeichnung“, findet Kathrin Heinrichs.

Für sie, die vor allem als humorvoll schreibende Autorin bekannt ist, war es zudem eine besondere Freude, dass ihre sehr tragisch angelegte Geschichte ausgezeichnet wurde. Sie versteht es als Ermutigung, auch diese Seite ihres Schreibens zu stärken.

Zwei Extremsituationen

Die Idee zu ihrer Geschichte kam der Balverin nicht mit einem Schlag. Da war zunächst die Frage, „was das eigentlich für Menschen sind, die auf feige Art und Weise Gegenstände auf vorbeifahrende Autos werfen“. Darüber hinaus war der Verlust des eigenen Kindes ein Themenschwerpunkt, den die Autorin bearbeiten wollte. So flochten sich zwei Extremsituationen ineinander, ein Prozess, der über längere Zeit verlief.

Dass die Auszeichnung der Balverin zufällig vor der eigenen Haustür stattfand, war ein zusätzliches Bonbon. Die Criminale, das Treffen einer Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, die die Glauser-Preise vergibt, wird jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgerichtet. Nach 2022 in Iserlohn, trifft man sich nächstes Jahr in Darmstadt.

Geschichte mit überraschendem Ausgang

Schon im Vorprogramm der Criminale hatte Kathrin Heinrichs die Geschichte „Freier Fall“ mehrfach gelesen, unter anderem in der Dechenhöhle. Da wusste sie noch nicht, dass sie bald den Glauser-Preis in der Hand halten würde. „Es hat mich wirklich überrascht“, erklärt die Autorin. „Bis zuletzt habe ich nicht zu hoffen gewagt, dass ich am Ende oben stehen würde.“ Auch das also eine Geschichte mit überraschendem Ausgang.

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