Bergbauwanderweg in Langenholthausen hat 14 Stationen

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Wo früher in der Grube Voßloh Eisenerz gefördert wurde, gedeiht heute Raps. ▪

BALVE ▪ Mit zwei fachkundigen Begleitern macht sich ab heute der SV in einer Serie auf den Weg, den jüngst neu eröffneten Bergbauwanderweg Langenholthausen zu erkunden. Er besteht aus offiziell 13 Stationen. Tatsächlich sind es 14. Doch dazu zu gegebener Zeit mehr. Von Michael Koll

Der Ausgangspunkt ist an der Kirche an der Ecke Sundener Straße. Hier steht eine Tafel, auf der Wanderwillige einen Überblick bekommen über den Rundweg und die einzelnen Stationen.

Engelbert Lazer vom Historischen Verein Langenholthausen schätzt: „Gute zwei Stunden ist derjenige unterwegs, der die Strecke komplett ablaufen will.“ Da, so ergänzt Volker Haller, Fachbereichsleiter Geologie der Naturwisschenschaftlichen Vereinigung Lüdenscheid, sei aber noch keine Zeit eingerechnet, die Hinweistafeln an den einzelnen Stationen zu studieren.

Das lohnt sich aber, denn hier gibt es Wissenswertes zu erfahren. So an der ersten Station, dem Standort der ehemaligen Grube Voßloh. Haller erklärt: „Voß war im Mittelgebirgsraum ein Ausdruck für Fuchs. Loh nannten die Westfalen, Sieger- und Rheinländer ein kleines Wäldchen.“ Der Name Voßloh ist sicher überliefert aus dem Jahr 1750, aber vermutlich noch viel älter. Die Grube Voßloh lieferte Eisenerz für die Luisenhütte in Wocklum. Der Eisengehalt war allerdings nur mäßig. Bis zu 88 Prozent waren schlicht Kalkstein.

Schwefelkies-Zusätze minderten die Qualität des Eisens darüber hinaus. „Die Grube“, berichtet Haller, „war eine der modernsten im Bereich Balve. Sie war diejenige, die am längsten im Betrieb war – bis 1865.“ In dem Jahr wurde die Produktion an der Luisenhütte eingestellt.

Neben Eisenerz wurden in der Grube Voßloh, die dem Grafen Landsberg-Velen gehörte, auch Blei- und Zinkerze gefördert. 1866 wurden diese gezielt noch einmal gesucht, doch nennenswerte Vorkommen wurden nicht mehr gefunden.

Die Erz-Förderung aus 30 bis 40 Metern Tiefe erfolgte damals natürlich noch nicht maschinell, sondern per Hand – mittels Seilwinden (so genannten Haspeln).

Der Graf war Besitzer der Wocklumer Eisenhütte. „Man kann sagen“, weiß Haller, „dass die Grube Voßloh rund 2000 Jahre in Betrieb war.“ Denn es gebe Hinweise auf eine Erzförderung bereits im 1. Jahrhundert.

Garbeck war damals nachgewiesenermaßen bereits besiedelt. Und von dort aus ist wahrscheinlich der Bergbau am Standort der späteren Grube Voßloh betrieben worden. Und wäre die Arbeit an der Luisenhütte nicht eingestellt worden, wären noch ein paar Jahre dazu gekommen. Haller: „Denn Planungen für einen weiteren, neuen Tiefstollen gab es bereits vor 1865.“

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