Bergbauwanderweg in Langenholthausen eröffnet

Engelbert Lazer hielt die einführende Rede.

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Jahrelange Arbeit zahlte sich am Samstagmorgen aus. Der Bergbauwanderweg wurde neu eröffnet. Von Michael Koll

2006 entstand die Idee, den Bergbauwanderweg durch Langenholthausen neu zu gestalten, erklärte Engelbert Lazer vom Historischen Verein Langenholthausen. Zur Neueröffnung des restaurierten Weges begrüßte er gut 50 Interessierte. Zudem blickte er auf die Aufbauarbeiten am Weg, der durch den Orkan Kyrill stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, zurück. Er dankte auch den zahlreichen Geologen und montangeschichtlichen Forschern, die halfen, das Wissen rund um den Bergbau in Langenholthausen zu vergrößern. Lobend erwähnte Lazer auch die Stiftung NRW, die die Finanzierung der Beschilderung entlang des Weges gesichert habe. Letztlich dankte der Sprecher des Historischen Vereines „den kfd-Damen für die Bewirtung bei der heutigen Eröffnung“.

Bevor es dann am Nachmittag zu zwei Exkursionen auf den Weg ging, wurden die Premierengäste anhand von fünf Vorträgen umfassend in die Geschichte des Bergbaus in Langenholthausen eingeführt. Dabei übernahm Josef Sauer vom Historischen Verein Langenholthausen zunächst die Vorstellung des Ortes, der 1254 erstmalig urkundliche erwähnt worden sei. „Die Gründung war aber wahrscheinlich schon im zehnten oder elften Jahrhundert.“

Langenholthausen liege zentral im Balver Gebiet. Deshalb und weil es infrastrukturell gut angeschlossen sei an den Hellweg sowie in Richtung Köln einer- und in Richtung Allendorf andererseits, sei es ein wichtiger Wirtschaftsknotenpunkt geworden. Und das, obwohl Mellen etwa die deutlich ältere Siedlung sei. So sei in Langenholthausen Bergbau betrieben worden. Die Weiterverarbeitung sei in Rennöfen am Gut Berentrop in Neuenrade erfolgt.

Zudem sei Langenholthausen auch ein Standort für ein Freigericht gewesen. Dieses sei zuständig gewesen für Grundbesitzentscheidungen, Erbangelegenheiten sowie Kapitalverbrechen. Ungeklärt sei allerdings nach wie vor der genaue Ort, wo sich das Gericht befunden habe. So zeigte sich am Samstagmorgen, dass geschichtliche Forschung niemals abgeschlossen sein wird.

Als nächster Redner erklärte Volker Haller von der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Lüdenscheid, wo in Langenholthausen Bergbau-Gruben gewesen seien. Dort habe es eine „auffallende Dichte“ an Gruben gegeben. Tatsächlich habe es neun Bergwerke in der Ortslage gegeben. Dort seien neben Blei- und Zinkerzen vor allem hochwertige Eisenerze wie etwa Roteisenstein gefördert worden. In der ältesten Grube namens Voßloh sei bereits im ersten Jahrhundert nach Christus nach Eisen gegraben worden.

In weiteren Vorträgen gingen der Bodendenkmalpfleger Hans Ludwig Knau und auch Ronald Förster vom Historischen Verein Langenholthausen auf die Eisenverhüttung ein.

Karsten Binczyk vom Arbeitskreis Bodendenkmalpflege im Märkischen Kreis beleuchtete das Thema Kupfererzbergbau dann noch etwas genauer.

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