„Ich bin da, wenn ich helfen kann“

Belo Streiter kümmert sich in Balve um geflüchtete Familien

Erstmals beim Burgberglauf in Mellen dabei: Familie Abdelkader mit Mutter Assma und den Kindern Ali, Iman, Khidra und Rajana. Begleitet werden sie von ihrem Paten Belo Streiter.
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Erstmals beim Burgberglauf in Mellen dabei: Familie Abdelkader mit Mutter Assma und den Kindern Ali, Iman, Khidra und Rajana. Begleitet werden sie von ihrem Paten Belo Streiter.

„Belo ist der beste Opa der ganzen Welt“, lobt Ali. Der elfjährige Junge ist das älteste Kind der Familie Abdelkader, die vor fünf Jahren aus politischen Gründen aus ihrer Heimat in Ägypten geflohen ist, und in Balve ein neues Zuhause fand.

Hier wurde sie wie viele andere Geflüchtete vom „Bündnis für Flüchtlinge“ aufgenommen.

2015, in der Hochzeit der Flüchtlingskrise, haben sich engagierte Balver zusammengefunden, um die Geflüchteten Mitbürger mit Hilfeleistungen im Alltag zu unterstützen und sie zu integrieren. Für ihr Einsatz und ihr Engagement wurden die Ehrenamtlichen des Bündnisses in der vergangenen Woche mit dem Integrationspreis 2021 des Märkischen Kreises ausgezeichnet. Belo Streiter ist mit 83 Jahren das älteste Mitglied vom „Bündnis für Flüchtlinge“, legt sich aber auch als Kolpingbruder ins Zeug für seine Mitmenschen.

Ausrangierte Brillen

„Ich helfe gerne“, erzählt Berthold Streiter, der in Balve vielen Menschen aber nur als „Belo“ bekannt ist. So sammelt er seit 2016 ausrangierte Brillen und Brillengläser. Diese schickt er nach Indien, um notleidende Menschen dort mit einer Sehhilfe auszurüsten. „Durch die häufig hohe Staubentwicklung in Indien gibt es eine große Anfälligkeit für Augenerkrankungen“, erklärt Streiter sein Engagement.

Unterstützung für Familie Abdelkader

Als gelernter Import- und Exportkaufmann hat er einiges von der Welt gesehen, und daher auch das Hilfsangebot für Indien ins Leben gerufen. Mehr als 15 000 Brillen und Gläser hat er mittlerweile auf die Reise nach Indien geschickt, und zwar als Stückgut. Vor der Corona-Pandemie aber auch als Teil seines eigenen Gepäcks, das er mit auf seine Flüge nach Indien nahm. Dieser Erfolg macht Belo stolz. Verlegen macht ihn aber, wie Ali ihn anstrahlt. „Mein Opa.“ Belo lächelt. „Ohne Opa Belo wäre ich nicht so weit gekommen.“

Ali ist in diesem Jahr einer von 82 Fünftklässlern an der Balver Realschule. Der Junge spricht sehr gut Deutsch, seine Geschwister machen es ihm nach. Iman (10) geht in die Grundschule Beckum, ebenso ihr Bruder Khidra (7). Die jüngste Tochter Rajana (4) besucht den Beckumer Kindergarten. „Ich bin immer für sie da“, hat Belo eine Patenschaft für die Familie übernommen. Denn Mutter Assma (37) ist alleine für die vier Kinder verantwortlich, ihr Mann lebt in Ägypten. Seit zwei Jahren wohnen die Abdelkaders in der Unterkunft am Langenloh in Beckum als anerkannte Flüchtlinge, nachdem sie zuvor in der alten Schule in Volkringhausen untergekommen waren. „Sie werden ihren Weg gehen“, ist Belo Streiter, der sämtliche Fahrten mit und für die Familie unternimmt, überzeugt.

Premiere beim Burgberglauf in Mellen

So auch am Wochenende zum Burgberglauf in Mellen – für alle eine Premiere. Jedes der vier Kinder nahm eine Medaille und eine Urkunde mit nach Hause. Ali für den 3. Platz in seiner Altersklasse, Iman für Platz 1, Khidra für Platz 3, und Rajana für Platz 8. Mutter Assma freut sich über die Erfolge ihrer Kinder – hat aber auch selbst ehrgeizige Ziele: „Ich will zuerst meinen Autoführerschein machen, dann Krankenpflegerin werden.“ Auch hierbei steht Belo Streiter unterstützend zur Seite. „Ich bin da, wenn ich helfen kann“, fasst er sein Lebensmotto zusammen.

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