Kampf gegen Steinbrucherweiterung

Beil soll zum Naturschutzgebiet werden

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Der Bereich Beil soll Naturschutzgebiet werden. Das zumindest wünschen sich die Gegner der Steinbrucherweiterung. Die Besonderheiten des Gebietes zeigten sie erst vor einigen Tagen bei einer Wanderung.

Eisborn – Noch drei Jahre, dann sollen nach den Vorstellungen der Lhoist-Unternehmensgruppe die ersten Arbeiten für die Erweiterung des Kalksteinbruchs im Hönnetal in Richtung Eisborn um 79 Hektar beginnen.

Damit wollen sich aber nicht alle abfinden: in der 2019 gegründeten Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung haben sich 450 Gleichgesinnte zusammengefunden. 

Zwei davon, Richard Müller und Klaus Korn, gehen jetzt den Schritt, das potenzielle Abbaugebiet in Eisborn „Am Beil“ unter Naturschutz stellen lassen zu wollen. Beim Märkischen Kreis haben sie am 30. August den offiziellen Antrag dafür gestellt. „Jetzt wurde das nachgeholt, was man schon vor 20 Jahren hätte tun sollen“, stellen die Antragsteller ihr Projekt vor. 

Beil: Seit den 80er-Jahren im Landschaftsplan erwähnt

„Das Beil ist zwar seit den 1980ern im Landschaftsplan erwähnt, aber das allein bietet keinen Schutz für das schöne und besondere Naturgebiet“, erklären sie ihre Bemühungen. 

Mehr zur geplanten Steinbrucherweiterung und dem Widerstand der Gegner lesen Sie hier.

Auf 19 Seiten begründen Müller und Korn in ihrem Antrag an den Märkischen Kreis, warum der Höhenrücken „Beil“ und der darin eingebundene Klärteich 6 schutzwürdig sein sollen: diese und die benachbarten Flächen, aber auch die stillgelegten Steinbruchteile im Steinbruch Asbeck seien unverzichtbar für den Biotopverbund und die Erhaltung seltener Arten und Lebensräume. Bisher wurden 36 Schnecken- und Muschelarten nachgewiesen. 

Buchenbestände und Kalkwälder 

Wichtig seien außerdem die Buchenbestände und die Kalkwälder von der Grübeck über Eisborn bis hin ins Hönnetal für die Erhaltung der Biotope. „Der Schutz ihrer Lebensräume nützt auch vielen anderen Arten.“ In ihrem Antrag stellen sie fest: „Da bereits vonseiten des Steinbruchbetreibers mit (möglicherweise widerrechtlichen) Vorbereitungen wie Baumfällungen begonnen wurde, sollte die Angelegenheit möglichst zügig behandelt werden.“

Um die Zukunft des Lhoist-Werks im Hönnetal für weitere mindestens 30 Jahre zu sichern, möchte das Unternehmen den Steinbruch erweitern. Zuletzt wurden die Pläne schon ein wenig abgespeckt, die geplante Fläche von 86 auf 79 Hektar reduziert. Nach den neuesten Planungen sollen am Beil „nur“ noch 39 und nicht 46 Hektar abgebaut werden. Die Halde, auf der der Abraum gelagert wird, soll 335 Meter hoch werden. Die ersten Planungen gingen von 400 Metern aus.

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