Dienst in der Heimatstadt

Bei diesem Polizisten gibts keinen Bonus für Bekannte

Thomas Wietbüscher hat sich gut eingelebt an seinem neuen Arbeitsplatz auf der Balver Polizeistation. Der ehemalige Kriminalpolizist ist jetzt Bezirksbeamter.
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Thomas Wietbüscher hat sich gut eingelebt an seinem neuen Arbeitsplatz auf der Balver Polizeistation. Der ehemalige Kriminalpolizist ist jetzt Bezirksbeamter.

Seit rund zehn Monaten ist Thomas Wietbüscher Bezirksbeamter auf der Polizeistation in seiner Heimatstadt Balve. Im Interview erzählt er, wie er sich eingelebt hat und wie er die Arbeit in der besonderen Zeit der Corona-Pandemie erlebt.

Balve – Voll einsatzfähig ist nach wie vor die Polizeiwache in Balve. Dort ist seit August 2020 Polizeihauptkommissar Thomas Wietbüscher (52) als Bezirksbeamter tätig. Seit 1999 gehörte der Beckumer 21 Jahre dem Kriminaldauerdienst im Märkischen Kreis an. Wietbüscher war für die Kriminalpolizei oft einer der Ersten am Tatort, und nahm die Tatortaufnahme und Spurensicherung vor.

Seit August 2020 ist er als nun Bezirksbeamter in seiner Heimatstadt Balve tätig, und bildet seitdem mit Polizeihauptkommissar Ralf Böhnke ein Team, das für Sicherheit und Ordnung in Balve und seinen Ortsteilen sorgt. Thomas Wietbüscher bewarb sich im vergangenen Jahr auf die in der Hönnestadt durch die Pensionierung von Franz-Josef Griese freigewordene Stelle des Bezirksbeamten. Diese sollte nach Ansicht der übergeordneten Dienststelle in Menden aufgrund der Lage inmitten des Hönnetals neu besetzt werden. Julius Kolossa sprach mit Thomas Wietbüscher über den Verlauf seiner bisherigen Amtszeit.

Herr Wietbüscher, mit welchen Erwartungen traten Sie im vergangenen Jahr Ihren Dienst als neuer Bezirksbeamter in Balve, und damit als Nachfolger von Franz-Josef Griese an?
Ich wollte einen Dienst ohne ständigen Schichtwechsel, aber auch mit viel und direktem Bürgerkontakt als Ansprechpartner vor Ort. Und diese Erwartungen haben sich auch erfüllt.
Wie gelang Ihnen die Umstellung von Kriminaldauerdienst auf Bezirksdienst?
Dies gelang durch die gute und kompetente Unterstützung von Ralf Böhnke. Dadurch habe ich mich schnell beim Bezirksdienst eingelebt. Es ist aber auch so, dass wir uns als Kollegen durch die unterschiedlichen dienstlichen Verwendungen und Erfahrungen jetzt wunderbar ergänzen können.
Welchen Einfluss haben die Corona-Vorschriften auf Ihre Arbeit? Inwiefern mussten Sie anders arbeiten als vorgesehen?
Derzeit gibt es keine Schützenfeste in Balve und den Dörfern, deren Festzüge es abzusichern gilt. Aber auch andere öffentliche Veranstaltungen finden nicht statt. Stattdessen liegt unser Augenmerk derzeit auf der Einhaltung der Coronavorschriften mit Abstandsregelung und Mund-Nase-Schutz.
Wie viele Verstöße gegen diese Vorschriften mussten Sie ahnden?
Bislang waren alle angesprochenen Personen einsichtig, so dass bisher Aufklärungen und Ermahnungen ausreichend waren.
Den Bezirk Balve kannten Sie bereits aus 2019, als Sie dort für zwei Wochen im Rahmen einer Hospitation tätig waren. Wie hat sich die Arbeit seitdem verändert?
Zu dieser Zeit war Corona noch kein Thema. Die Pandemie hat seitdem für gravierenden Veränderungen gesorgt.
Welchen „Bonus“ halten Sie für die Balver bereit?
Es werden grundsätzlich alle gleich behandelt. Einen Sonderbonus gibt’s nicht, es gilt aber die Devise „Mensch bleiben“.
Wie waren Sie in der Aufklärung des Überfalls auf den Getränkemarkt bei Rewe vor etwa zwei Wochen involviert?
Im Nachgang zur Tat haben wir den Fluchtweg rekonstruiert, das war aber für die Aufklärung unbedeutend.
Wo sehen Sie sich als Polizist in fünf Jahren?
Dann bin ich immer noch als Schutzmann vor Ort in Balve – und bin der Ansprechpartner für die Bürger.
Wie sehen Sie die Zukunft der Polizeiwache in Balve?
Die sieht, finde ich, gut aus. Denn ich denke, der Bezirksdienst mit zwei Beamten in Balve hat sich in der Vergangenheit bewährt und wird sich auch weiterhin bewähren.

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