Ein beeindruckendes Konzert in der Höhle

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Insgesamt standen gut 150 Sänger dem Publikum in der Balver Höhle gegenüber – ein äußerst stimmgewaltiges Ereignis.

Balve - Ein besonderes Ereignis gönnte sich der Oratorien-Chor Hilden zu seinem 40. Geburtstag: Anstatt eine der dortigen Hallen mit Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ zu füllen, spendierten sich die Sänger einen Auftritt in der Balver Höhle. Verstärkt wurde das Ensemble durch den Symphonischen Chor Wuppertal und den Chor der Landesregierung Düsseldorf. Insgesamt standen so gut 150 Sänger dem Publikum in der Höhle gegenüber – ein stimmgewaltiges Ereignis.

Düsseldorf, Mettmann, Wuppertal – schon die Autokennzeichen dokumentierten den Direktimport des Publikums bei diesem Großereignis. Dazu kamen zehn Busse, die vor allem die Chorsänger nach Balve gebracht hatten. Doch es gab Beobachter, die Balver Besucher gesehen hatten, denen es offenbar gelungen war, Karten für dieses letztlich ausverkaufte Konzert zu bekommen.

Instrumentell begleitet wurden die Sänger durch die rumänische Staatsphilharmonie Dinu Lipatti, die von Franz Lamprecht geleitet wurde, und vier Solisten – so wie Giuseppe Verdis „Requiem“ das braucht.

Der Opernkomponist beteiligte sich erstmals nach dem Tod Gioachino Rossinis an der Komposition eines Requiems. Seine eigene Totenmesse komponierte er ab 1873 in Paris nach dem Tod des Dichters Alessandro Manzonis. Die „Messa da Requiem“ folgt weitgehend der katholisch-lateinischen Liturgie des Totengottesdienstes, die auch einem anderen berühmten Requiem jener Zeit zugrundeliegt: Johannes Brahms’ „Deutsches Requiem“, das mit seinem ebenfalls lateinischen Text aber gar nicht so deutsch ist.

Wer Verdi nur aus seinen Opernkompositionen kennt, kann staunen über die strenge Feierlichkeit und Andacht seines Requiems. Mit seinen abrupten dynamischen Wechseln wurde auch in der Balver Höhle zu einem Erlebnis: Gewaltig war der Zusammenklang der vielen Chorstimmen vor allem im „Dies irae“, den Tagen des Zorns, und auch das Orchester durfte immer mal wieder buchstäblich „alles“ geben.

Doch auch die leise Klage hatte ihren Raum. Damit das so blieb, gaben die Ordnungskräfte alles, denn der Höhleneingang mit einem im Wind scharrenden Vorhang drohte anfangs, die leisen Töne des Requiems zu stören. Das kühne Projekt gelang jedoch – Verdis Requiem füllte die Höhle in einer beeindruckenden Weise. Die Akteure ernteten schließlich einen langen Applaus.

Von Thomas Krumm

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