Bedrohte Rasse erhalten: „Bunte Bentheimer“ auf dem Schultenhof

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Auf dem Leveringhausener Schultenhof gibt es einen eigenen Stall für die „Bunten Bentheimer“, hier vier Wochen alte Ferkel mit ihrem Muttertier. Seit 16 Monaten wird die bedrohte Rasse dort nun gezüchtet.

Leveringhausen - Im Sauerland gibt es wieder „Bunte Bentheimer“ – Hendrik Schulte, 22, hat auf dem Schultenhof in Leveringhausen einen eigenen Stall für diese Schweinerasse eingerichtet. Die 13 Tiere quieken und grunzen in den Boxen. Die jüngsten Schweine sind zwei Tage alt und ruhen sich unter der Wärmelampe oder bei ihrer Mutter aus. Nebenan sind vier Woche alte Ferkel mit ihrem Muttertier untergebracht. Eber Siegfried hat in allen Fällen gute Arbeit geleistet.

„Ich bin über 170 Kilometer für die Zuchttiere gefahren“, stellt der junge Landwirt die Herausforderung dar, die sein Hobby mit sich brachte. Vor 16 Monaten setzte er die Idee in die Tat um, und begann mit der Zucht. „Hiermit will ich die vom Aussterben bedrohte Rasse erhalten.“

Viele Jahre lang waren die „Bunten Bentheimer“ ein beliebter Lieferant von hochwertigen Fleisch- und Wurstprodukten. Als dann aber immer leistungsfähigere Hochleistungsrassen mit weniger Fettanteil immer größere Marktanteile erlangten, verlor die Landwirtschaft das Interesse an der Zucht. Seit 1970, weiß Hendrik Schulte, werde wieder gezüchtet. Doch noch sei die Zahl der Züchter gering, sei er doch der einzige im Umkreis von 100 Kilometern.

Hendrik Schulte ist einer von etwa 300 Züchtern, die die gefleckten Schweine erhalten möchten.

Auf dem Schultenhof sind die Tiere, die optisch an den unregelmäßigen schwarzen Flecken auf dem weißen oder hellgrauen Untergrund erkennbar sind, nach zehn Monaten schlachtreif. „Ihr Fettanteil ist dadurch geringer“, so der Leveringhausener, der im familieneigenen Hofladen die Wurstprodukte und Fleischpakete verkauft.

Für Nachwuchs ist „Siegfried“ zuständig, ein kolossaler Kerl, der aber doch neben dem großen Landschwein „Conny“ klein aussieht. Auch bei ihr hat der Eber seine Pflicht getan, Hendrik Schulte weiß seine Sauen, auch wenn es keine „Bentheimer“ sind, bei dem Vierbeiner gut aufgehoben. Für „seine“ Rasse steht Schulte im Austausch mit anderen Züchtern, so im Bunte Bentheimer Verein und der Züchtervereinigung alter Schweinerassen, dem „Nordschwein e.V.“.

Eine große Gruppe bilden die Züchter in Deutschland nicht, wie Schulte verrät: „Bundesweit gibt es etwa 300 Züchter.“

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