Beckumer wollen Schulkinder vor Rasern schützen

+
Respekteinflößend: So wirkt ein vorbeifahrender Lastwagen aus der Perspektive eines Kindes. Die Beckumer sorgen sich um die Schulkinder, zumal der Lastwagenverkehr zugenommen hat und einige Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs sind.

Beckum -  Gefährlicher als die Bushaltestelle an der B229 in Beckum ist keine andere auf Balver Stadtgebiet: Morgens um 7.20 Uhr müssen die etwa 20 Mädchen und Jungen, die auf den Bus zum Schulzentrum warten, auf der Hut sein. Bei Dunkelheit, Regen oder Schnee sind die Kinder für vorbeifahrende Auto-, Lkw- und Motorradfahrer kaum zu erkennen.

Von Julius Kolossa

Verschlimmert wird die Situation durch die Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten – und teilweise sogar an den Kindern vorbeirasen. Während eines Ortstermin wurde deutlich, dass zudem nur wenig Platz zum Ausweichen besteht. Handlungsbedarf sehen die Beckumer deshalb schon lange. „Der von uns gestellte Antrag auf Verlegung der Bushaltestelle zurück auf die gegenüberliegende Straßenseite ist im Februar 2012 von der Deutschen Bahn als Verkehrsträger abgelehnt worden“, erinnerte Ortsvorsteher Johannes Schulte.

Unfälle haben sich seit der Einrichtung der Haltestelle vor rund 15 Jahre zum Glück noch nicht ereignet. „Und es soll auch nichts passieren, bis hier endlich reagiert wird“, sagt Heiner Lürbke, der als Anwohner um den Berufsverkehr weiß. Ebenso wie Georg Wortmann: „Die latente Gefahr ist immer gegeben, denn oft bremsen die Fahrer in letzter Sekunde fast direkt vor den Kindern ab.“

Ideal war nach Ansicht der Betroffenen dagegen die frühere Regelung, beide Fahrtrichtungen auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor der Einfahrt „Zur Hinsel“ zu bedienen. Nachdem die Kinder eingestiegen waren, wendete der Fahrer den Bus und es ging in die Gegenrichtung weiter. Das war aber nicht mehr möglich, weil diese Wendemanöver teilweise auf der Straße durchgeführt wurden.

Im Januar 2011 wurde die bis heute anhaltende Gefahrensituation erstmals im größeren Rahmen mit Verantwortlichen von Stadt, Kreis, Polizei und Deutscher Bahn thematisiert. Johannes Schulte: „Schon bei diesem Termin zeichnete sich ab, dass sich die Bahn gegen eine Verlegung aussprechen würde.“ Und so kam es dann auch. Es sei ein „erheblicher Eingriff in die Linienführung“ und damit verbunden seien „erhöhte Betriebskosten und eine Verlängerung der Fahrt um circa fünf Minuten“ erklärten die Verantwortlichen der Deutschen Bahn.

Doch die Beckumer wollen nicht aufgeben. „Ich werde gemeinsam mit dem Bürgermeister versuchen, alle Alternativen auszuloten“, betont Ortsvorsteher Schulte.

Am Ball bleiben die Beckumer Kommunalpolitiker auch in Sachen Geschwindigkeits- und Lärmbelästigung auf der Strecke in Richtung Sorpe. Die warme Jahreszeit animiert manche Verkehrsteilnehmer dazu, mehr Gas zu geben – für die Anlieger ist das immer wieder ein Ärgernis. Seit der Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen würden nun auch noch mehr Lastwagen durch den Ort fahren: „Die B229 ist eine ideale kostenlose Ausweichstrecke“, stellt Schulte fest.

Landrat Thomas Gemke versprach, Langzeitgeschwindigkeitsmessungen durchzuführen, den Ortseingang farblich kenntlich zu machen und Überhol-Zonen auszuweiten. „Bis zu diesem Sommer sollen die baulichen Maßnahmen umgesetzt werden“, stellte Johannes Schulte die Planungen aus Lüdenscheid vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare