Beckumer Sommer in Alkohol konserviert

Unverkennbar: Elisabeth Wortmann, Ulla Wortmann und Conny Westig (v.l.) schmeckt der selbst hergestellte Holunderbeerenlikör. ▪

BECKUM ▪ Seit fast einem Jahr stecken sie nun in den Vorbereitungen für ihren Verkaufsstand auf dem Historischen Markt anlässlich des Beckumer Dorfjubiläums am 5. September. Jetzt können vier Beckumer Frauen die Früchte ihrer Arbeit genießen – und bald auch diejenigen, die ihnen ihre Produkte abnehmen.

Die Idee, zum 725-jährigen Dorfjubiläum selbst gemachte Liköre anzubieten, war einer der ersten Vorschläge, als sich die Beckumer Vereinsgemeinschaft vor mehr als einem Jahr überlegte, wie das Fest gefeiert werden könnte. Damit war das Aufgabengebiet für Elisabeth und Ulla Wortmann, Conny Westig und Dorothee Tigges praktisch abgesteckt, denn dieses Quartett hatte schon Erfahrung darin, wie man den Geschmack des Sommers in alkoholischen Getränken konserviert. Aus Blüten und Beeren des Holunderstrauches, aus Pflaumen und Erdbeeren sollten die alkoholischen Köstlichkeiten hergestellt werden, legten sie fest – und machten sich auch sofort an die Arbeit. Denn weil Holunderbeeren und Pflaumen erst im Spätsommer reif sind, mussten diese Früchte bereits im vergangenen Jahr geerntet und weiterverarbeitet werden. An Wegrändern in der Umgebung fanden die Frauen genügend Holunderbüsche, um die für den Schnaps benötigten Beeren zu ernten. „Das Zupfen der Holunderbeeren war eine fürchterliche Arbeit“, erinnert sich Elisabeth Wortmann an diese Zeit. Glücklicherweise hätten aber einige Nachbarinnen dabei geholfen. Die kleinen Beeren mussten dann noch entsaftet werden, ehe der so gewonnene Saft „nach einem alten Beckumer Hausrezept“, wie die Frauen erklären, mit Korn, Wodka oder Rum und Kandis oder braunem Zucker aufgesetzt werden konnte.

Lesen Sie auch:

Beckumer Gedenktaler zum 725-jährigen Dorfjubiläum

Auf Beckumer Obstwiesen wurden die Pflaumen geerntet. Die wurden dann gekocht und das dabei entstandene Mus gesiebt, bevor es zu Pflaumenlikör weiterverarbeitet werden konnte. „Das mit dem Pflaumenlikör war ein Test – aber ein guter“, versichert Elisabeth Wortmann mit einem Augenzwinkern.

Mehr Erfahrung hatten die Frauen bereits mit dem Holunderblütenlikör, den sie seit fünf Jahren herstellen und dessen Produktion in das Jahr 2010 fiel. Im Frühsommer konnte das Beckumer Likör-Quartett bereits die Blüten ernten, aus denen dann ein erfrischender Likör hergestellt werden konnte. „Der schmeckt auch wunderbar, wenn man ihn mit Mineralwasser oder Sekt verdünnt“, schwärmt Ulla Wortmann.

Ebenfalls in diesem Sommer wurden die Erdbeeren gepflückt, aus denen dann ein Likör nach Art des bekannten Erdbeer-Limes produziert wurde. Gemeinsam ist allen vier Likörsorten, dass sie einen Alkoholgehalt zwischen 17 und 20 Prozent haben und in gläserne 350-Milliliter-Flaschen abgefüllt wurden. Etwa 600 Flaschen, insgesamt mehr als 200 Liter, haben die vier Beckumerinnen mit ihren süßen Spezialitäten gefüllt, beschriftet und etikettiert. Jetzt warten sie, in Kartons verpackt, auf den 5. September. Dann werden die Likör-Expertinnen sie an ihrem Stand in der Dorfstraße zum Stückpreis von 4,80 Euro anbieten. Auch Marmelade wird hier im Angebot sein, natürlich auch aus eigener Herstellung. Aber das ist eine andere Geschichte. ▪ vg

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare