Neue Dorfmitte Garbeck

Baustelle für Autos gefährlich: Drei Monate Engpass

Polier Andreas Schulte berichtete, dass man in den ersten drei Wochen seit Baubeginn sehr weit gekommen sei und die Bauzeit von einem Jahr sicher einhalten könne.
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Polier Andreas Schulte berichtete, dass man in den ersten drei Wochen seit Baubeginn sehr weit gekommen sei und die Bauzeit von einem Jahr sicher einhalten könne.

Seit Mittwoch hat Garbeck eine Fußgängerzone. Autos können nicht mehr durch die Märkische Straße fahren, weil sich während der Bauarbeiten an der Dorfmitte zeigte, dass der Untergrund einzufallen drohe. „Uns blieb nichts anderes übrig, als die Durchfahrt zu sperren“, sagte dazu der Polier der ausführenden Baufirma, Andreas Schulte, bei einer Ortsbegehung. „Dieser Engpass bleibt mindestens drei Monate.“

Garbeck ‒ Und wieder einmal ist Karin Filmether vom Dorfladen stocksauer. „Wir werden seit Mittwoch vor vollendete Tatsachen ohne vorherige Absprache gestellt.“ Wie schon Ende Juni, als unsere Zeitung mit ihr über den Fortgang der Bauarbeiten sprach (wir berichteten), ist sie nicht gut auf Ortsvorsteher Christoph Haarmann oder die Mitglieder des Stadtrates zu sprechen. „Niemand spricht mit uns – man lässt uns im Regen stehen.“

Vor Baubeginn sei zugesichert worden, immer einen Ansprechpartner an der Seite zu haben. „Aber wie es auf dieser Baustelle weitergeht, das erfahre ich nur durch die Presse oder durch Zufall über die aufgestellten Hinweisschilder.“

Und die verheißen für Karin Filmether nichts Gutes, denn auf direktem Weg kann ihr Dorfladen nun nicht mehr angefahren werden. „Ja, die Parkplätze vor dem Dorfladen stehen weiterhin zur Verfügung, wenn denn die Umleitung über die Kirchstraße gefahren wird“, gibt sie zu. „Aber das müssen die Garbecker wissen.“ Sie fühlt sich vom Ortsvorsteher Christoph Haarmann im Stich gelassen. „Dafür, dass wir nicht informiert werden, habe ich kein Verständnis.“

Unsere Zeitung sprach über diese Vorwürfe mit Christoph Haarmann, der darauf hinwies, dass am 27. Mai alle Anlieger in der Zeit von 10 bis 12 Uhr zu einem Baustellengespräch mit ihm, dem städtischen Bauamt, dem Planungsbüro und der Bauleitung eingeladen worden waren. „Bis 11.30 Uhr waren auch fast alle da, so dass ich bei strömendem Regen nach Hause ging. Kurz vor 12 Uhr kam dann Frank Gebauer (Partner von Karin Filmether, d. Red.), der vom Bauleiter und dem Planungsbüro über die ab Juni anstehenden Bauarbeiten und deren Verlauf informiert wurde.“

Ortsvorsteher Christoph Haarmann hatte am Mittwoch die Fraktionsvorsitzenden von CDU, UWG und SPD sowie weitere Ratsherren zur Baustelle in Garbeck eingeladen, um über die Verkehrsführung und die Belastung vor allem des Dorfladens zu sprechen.

Haarmann betonte, dass die Märkische Straße dabei stets von allen Seiten erreichbar sein sollte. „Das war so vorgesehen – doch der jetzige Zustand ist zu gefährlich, als dass Autos hier fahren dürfen. Erst, wenn alles gesichert ist, wird hier wieder freigegeben.“ Der Ortsvorsteher ist voll und ganz bei Karin Filmether, die sich mehr Kunden aus Garbeck wünscht. „Wir Garbecker müssen mit den Füßen abstimmen, damit unsere Geschäfte hierbleiben. Dafür müssen wir Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, und auch zum Einkaufen zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.“

Dass vorab nichts mit der Dorfladen-Inhaberin abgesprochen sei, lässt er nicht auf sich sitzen. „Es wurde vor dem Bau auch der Dorfladen informiert – es war mir wichtig, das Gespräch mit allen Anliegern zu führen.“ In den nächsten Tagen werde er sich mit Karin Filmether über das weitere Vorgehen an dieser Groß-Baustelle in Garbeck unterhalten.

Dazu hatte Haarmann am Mittwoch die Fraktionsvorsitzenden von CDU, UWG und SPD sowie Ratsherren eingeladen. Polier Andreas Schulte erläuterte, dass in den bisher vergangenen drei Wochen seit Baubeginn das bestehende, fast einen Meter dicke Mauerwerk als Führung des Garbachs weggerissen sei, und alles vorbereitet werde für das neue Mauerwerk als neuer Bachlauf, der in einer Woche vor Ort in Beton gegossen werden soll. In zwei Wochen sollen die Hochbauarbeiten beginnen, die bis Oktober andauern sollen. „Wir haben jetzt schon einen Vorsprung mit den vorbereitenden Arbeiten herausarbeiten können, so dass das veranschlagte eine Jahr an Bauzeit einzuhalten ist“, zeigte sich Andreas Schulte zuversichtlich

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