Spontane Mahnwache

Bauernproteste: Junglandwirte auch Balve und Neuenrade beteiligen sich

+
Mahnwache der Junglandwirte am Raiffeisen-Markt: Auch aus Neuenrade und Balve waren viele Bauern nach Eslohe-Bremke gekommen.

Balve/Neuenrade – Deutschlandweit protestierten in dieser Woche die Landwirte gegen das geplante Agrarpaket der Bundesregierung. Ihren Unmut über die Politik der Großen Koalition brachten auch die heimischen Junglandwirte aus Balve und Neuenrade zum Ausdruck.

Sie beteiligten sich am Dienstag an einer spontanen Mahnwache in Eslohe-Bremke. 

Alexander Linsmann (20) aus Garbeck war einer von ihnen. Als Sprecher des Junglandwirteforums im Märkischen Kreis berichtete er über diese Aktion, an der sich insgesamt 180 Landwirte aus Olpe, Soest, dem Hochsauerlandkreis und dem Märkischen Kreis mit 70 Traktoren beteiligten. „Wir setzten hier vor Ort mit einer Mahnwache ein Zeichen“, sagte Linsmann. 

Genehmigung erst sehr kurzfristig erteilt

Nachdem die Genehmigung für die Veranstaltung erst sehr kurzfristig erteilt wurde, musste alles ganz schnell gehen. „Nach etwa acht Stunden der Planung und Vorbereitung trafen wir Balver und Neuenrader uns mit zehn Treckern zunächst in Sundern-Amecke“, berichtete Linsmann. An den weiteren Treffpunkten in Stockum, Westenfeld, Altenhellefeld und Berge kamen immer mehr Landwirte dazu, sodass gegen 20 Uhr eine beachtliche Kolonne mit Warnblinklichtern und Umleuchten in Bremke vorfuhr. 

Der Vorsitzende des Kreisverbandes der westfälisch-lippischen Landwirte, Josef Schreiber, zeigte sich erfreut über die hohe Teilnehmerzahl. „Die jungen Landwirte sehen die Zukunft ihrer Betriebe in Gefahr, wenn die Politik nicht praxisorientiert vorgeht“, sagte Schreiber. Gegen 22 Uhr war die Mahnwache beendet. 

Unterwegs viel positive Resonanz erfahren

"Wir haben unterwegs viel positive Resonanz erfahren“, sagte Linsmann. Sogar „Danke“-Schilder seien hochgehalten worden. „Es gab natürlich auch verärgerte Autofahrer“, so Linsmann. „Doch das war es uns wert: Denn wir wollen gehört werden.“ 

Das hätten die Junglandwirte sehr spontan mit vielen Teilnehmern und einer guten Bevölkerungsresonanz erreicht. Gemeinsam mit der Politik solle nun in Gesprächen ausgelotet werden, was möglich ist. Das vorgeschlagene Agrarpaket sei in seiner jetzigen Form nicht umsetzbar. „Die Regierung sollte sich fragen, was wirtschaftlich machbar ist. Wir sind nicht scharf auf Subventionen“, sagte der Junglandwirte-Sprecher. „Wir wollen mit und für die Natur arbeiten.“ 

Wunsch nach mehr Dialog

Dafür müssten aber die passenden Rahmenbedingungen von der Politik gesetzt werden, um die Bauernhöfe auf Dauer zu erhalten. „Und dies sichert der Bevölkerung auch hochwertige Qualitätslebensmittel.“ Jetzt gelte es abzuwarten, wie weiter entschieden werde. Für Junglandwirt Linsmann ist wichtig: „Redet mit den Landwirten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare