Baubeginn im Gewerbegebiet Braukessiepen

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Bürgermeister Hubertus Mühling, die Landtagsabgeordneten Wolfgang Exler und Karl-Josef Laumann, der Balver CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Wortmann und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Guido Grote (von links) statteten nach der Führung bei der Anton Schmoll GmbH der Balver Höhle noch einen Besuch ab. Dorthin ging es mit dem E-Bike. ▪

BALVE ▪ Die ersten Bagger sind angerollt, der Bau der Erschließungsstraßen für die Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebiets Braukessiepen hat begonnen. Am Donnerstagabend besuchten Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag NRW, der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Exler, viele heimische Parteimitglieder und Unternehmer die Anton Schmoll GmbH in Garbeck, die 14 500 Quadratmeter der neuen Gewerbefläche gekauft hat. Von Annabell Niemand

Zunächst führte Firmenchef Reiner Schmoll die Gruppe durch die Produktionshallen. Laumann musste er dabei nicht viel erklären, schließlich hat der Politiker 17 Jahre als Schlosser gearbeitet. Unterwegs beschrieb der Produzent von Verankerungsmaterial im Anlagen-, Beton-, Hoch-/Tief-, Stahl- und Wasserbau, dass Platzprobleme und größere Aufträge vor drei Jahren zu der Entscheidung geführt hätten, das Unternehmen zu vergrößern. Dann sei die politische Entscheidung gekommen, das Gewerbegebiet zu erweitern. Vor zehn Tagen sei der Kaufvertrag mit der Stadt Balve unterzeichnet worden.

Die Anton Schmoll GmbH gehört zu den beiden Firmen, die den Kauf von je rund 15 000 Quadratmetern mit der Stadt unter Dach und Fach gebracht haben. Bürgermeister Hubertus Mühling berichtete, dass der erste Bauabschnitt der Erweiterung eine Gewerbefläche von 60 000 Quadratmetern umfasse. Neben den beiden Käufern gebe es drei Interessenten, die sich das verbleibende Areal teilen würden – „ohne dass wir groß in die Werbung gegangen sind“, sagte der Bürgermeister nicht ohne Stolz. „Die Nachfrage zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ In der Nachbarschaft gebe es keine vergleichbaren Flächen. Zudem ziehe die Wirtschaft an. „Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Durch die Ortsumgehung, die K 12 n, gelange man bald auch schnell zum Bundesstraßennetz. Aber: „Die Breitbandversorgung – das muss man kritisch anmerken – macht Probleme. Das sind Prozesse, die dauern länger als Bebauungspläne“, sagte das Stadtoberhaupt.

Die Erweiterung sei ein „wirklich großer und wichtiger Entwicklungsschritt“ für Balve. Gewerbesteuereinnahmen sollen damit requiriert und Arbeitsplätze geschaffen werden. „Da hängt alles andere in einer Stadt dran – und wir sind keine Schlafstadt“, unterstrich Mühling.

Er geht davon aus, dass die Erschließung im Spätherbst abgeschlossen ist und dann die Bauherren in ihre Flächen kommen. Etwas mehr als 40 Euro müssten Käufer für einen erschlossenen Quadratmeter Land zahlen. „Wir konnten den Preis des alten Gewerbegebiets Braukessiepen halten.“ Es sei kostendeckend kalkuliert worden. Subventionieren, um potentiellen Interessenten die Entscheidung für Balve zu erleichtern, müsse die Stadt nicht. „Der Markt gibt das im Moment her. Das liegt an der guten wirtschaftlichen Lage und der Flächenknappheit im Umfeld von Balve.“

Der Erste Bürger ist überzeugt: „Das Angebot regelt die Nachfrage. Das bewahrheitet sich hier par excellence.“ Zügig vorangetrieben werden solle daher auch die Erschließung des zweiten Bauabschnitts mit einer Fläche von 50 000 Quadratmetern. Die Stadt stehe momentan in Kaufverhandlungen mit den jetzigen Eigentümern des Landes.

Karl-Josef Laumann, der bei einer achttägigen Rundreise durch die Bezirke einen Abstecher nach Balve machte, schilderte einen politischen Konflikt: Zum einen müsse man vorsichtig sein beim Flächenverbrauch, auf der anderen Seite brauche eine Gemeinde wie Balve aber Ausdehnungsmöglichkeiten. Die Frage nach der „Allianz der Fläche“ werde er in Zukunft differenzierter sehen.

Man merkte dem Politiker an, dass ihm Südwestfalen, der „gewerblich stärkste Standort unseres Landes“, am Herzen liegt. Gerade bei dem „Wettlauf der Regionen um junge Leute“ müsste Südwestfalen punkten. Ein wesentlicher Faktor seien die Verkehrsanbindung sowie die sichtbare und unsichtbare Infrastruktur. „Nur 25 Prozent der Landkreise sind mit Breitbandsystem erschlossen“, verdeutlichte er, wo Nachbesserungsbedarf besteht.

Wolfgang Exler sagte im Hinblick auf das Garbecker Gewerbegebiet- und Industriegebiet: „Wir als Mendener wären froh, wenn das bei uns auch so schnell ginge.“ Er zeigte sich überrascht, dass die ASF GmbH, die in Häfen auf der ganzen Welt vertreten sei, ausgerechnet auf dem Land zu finden sei.

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