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Bau der B229n: Arbeiten sollen noch 2022 beginnen

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Von: Julius Kolossa

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Diese Gebäude auf dem Gelände der Firma Stockmeier müssen für die Umgehungsstraße, die B 229n, weichen. Doch ein Abrisstermin ist noch nicht in Sicht.
Die alten Firmengebäude der Firma Stockmeier müssen abgerissen werden, um Platz für die Trasse der B229n zu schaffen. Das soll laut Straßen.NRW noch in diesem Jahr passieren. © Kolossa, Julius

Allmählich kommt Bewegung in das Projekt „Bundesstraße 229n“. Die Planungen für diese rund 1,2 Kilometer lange Umgehungsstraße zwischen Sanssouci und Wocklum mit dem Neubau zweier Kreisverkehre laufen seit bereits mehr als zehn Jahren.

Zuletzt hatte sich der Beginn der Arbeiten unter anderem mehrfach verzögert, weil Fledermäuse in einigen alten Firmengebäuden gefunden wurden, die für den Bau der Umgehungsstraße abgerissen werden müssen. Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW, teilte auf Nachfrage der Redaktion den aktuellen Sachstand mit: „Die Biologen werten das Nistverhalten der Fledermäuse aus, für die seit einem Jahr Ersatznistquartiere geschaffen wurden, sodass danach mit dem Abbruch der elf auf dem Trassenverlauf befindlichen Fabrikgebäude begonnen werden kann. Diese Abbrucharbeiten sollen Anfang Oktober starten und mit dem Ende des ersten Quartals 2023 abgeschlossen sein.“

Weil dieser Abbruch von Straßen.NRW mit Kosten von mehr als fünf Millionen Euro veranschlagt wird, ist eine EU-weite Ausschreibung für das Vergabeverfahren erforderlich. Insgesamt kalkuliert der Landesbetrieb für die B229n mit Kosten von rund zehn Millionen Euro.

Fledermäuse stehen unter Schutz

Die Fledermausfunde hatten die Abrissarbeiten verzögert, weil die entdeckten Arten unter Schutz stehen. Deshalb wurden zunächst Ausweichquartiere angelegt und die Tiere umgesiedelt. Der Erfolg der Maßnahme wird nun von Experten überprüft. Haben die Fledermäuse ihre neue Heimat angenommen, können die Fabrikgebäude weichen.

Die Trasse der B229n soll über das bisherige Gelände der Firma Stockmeier verlaufen, die dafür erforderlichen Flächen wurden laut Andreas Berg dem Unternehmen bereits abgekauft. Stockmeier siedelt sich im angrenzenden Steinbruchgelände neben der Trasse neu an. „Mit den Straßenbauarbeiten und damit auch dem Bau der Kreisverkehre kann allerdings dennoch nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2024 gerechnet werden“, sagte Berg. In den dazwischenliegenden knapp eineinhalb Jahren würden, so Andreas Berg, weitere Planungen vorgenommen, zudem der Auftrag für den Bau der Straße und der Kreisverkehre aufgrund des Kostenvolumens wieder EU-weit ausgeschrieben.

Sanssouci-Brücke muss noch durchhalten

Also muss sich der Verkehr noch mehrere Jahre über die B229 durch Sanssouci mit dem Viadukt und der maroden Sanssouci-Brücke als Nadelöhr quälen. „Diese Brücke wird nach wie vor von uns sehr genau beobachtet“, sagte der Straßen.NRW-Sprecher, dass der Erhalt dieser einzig direkten Verbindung vom Hönnetal nach Balve und zurück oberste Priorität habe. In kurzen Abständen überprüften Experten den Zustand dieser Brücke, über die wegen ihrer Lage jeweils nur ein 40-Tonner fahren kann. Dadurch, dass nicht zwei Lastwagen gleichzeitig die Brücke passieren können, sei eine längere Haltbarkeit gegeben, erläuterte Andreas Berg.

Die B229n soll in Sanssouci durch einen Kreisverkehr mit 36 Metern Durchmesser an die bisherige Trasse angebunden werden und parallel zur Hönnetalbahn über das bisherige Stockmeier-Gelände verlaufen. Die Abzweigung zum Viadukt, also die momentane Streckenführung der Bundesstraße, wird nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße für Autos und Lastwagen gesperrt. Auch Ausnahmen für Anlieger wird es nicht geben. Diese müssen künftig ebenfalls bis nach Wocklum fahren, um von dort über den zweiten neu entstehenden Kreisel zu ihren Häusern zu gelangen. Dieser Kreisverkehr wird einen Durchmesser von 45 Metern haben und den Verkehr zurück auf die bestehende B229-Trasse führen.

Neues Gerätehaus für die Feuerwehr

Im Zuge der Bauarbeiten für die B229n soll in Sanssouci endlich auch das neue Gerätehaus für die Feuerwehren aus Volkringhausen und Beckum entstehen.

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